netzeitung.deSonnenstrahlen lassen Asteroiden rotieren

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So könnte der Asteroid 1862 Apollo geformt sein. Bild: Mikko Kaasalainen, Josef Durech (Bild: Mikko Kaasalainen, Josef Durech<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe So könnte der Asteroid 1862 Apollo geformt sein. Bild: Mikko Kaasalainen, Josef Durech
Bild: Mikko Kaasalainen, Josef Durech
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Auf seiner Bahn um die Sonne dreht sich ein Asteroid nun schneller als bei früheren Messungen. Forscher erklären das nun mit dem «Yorp-Effekt».

Die Sonnenstrahlung kann Asteroiden in Rotation versetzen. Diesen bisher nur vermuteten so genannten «Yorp-Effekt» hat ein internationales Forscherteam nun mit Hilfe von Lichtmessungen bestätigt.

Die Wissenschaftler zeigten damit, dass die Rotationsgeschwindigkeit des Asteroiden 1862 Apollo auf Grund der Sonnenstrahlung in den vergangenen 40 Jahren deutlich zugenommen hat. Bei seiner Reise um die Sonne vollführt er nun eine zusätzliche Umdrehung. Dies berichtet eine Gruppe um Mikko Kaasalainen von der finnischen Universität Helsinki im Journal «Nature». Der Artikel wurde online vorab veröffentlicht.

Der Yorp-Effekt beschreibt die Tatsache, dass die Strahlung der Sonne von der Oberfläche eines Asteroids als Wärme wieder abgegeben wird. Der Himmelskörper erhält dadurch einen winzigen Rückstoß. Da Asteroiden unregelmäßig geformt sind, wird auch die Strahlung unregelmäßig zurückgeworfen und der Asteroid beginnt langsam zu rotieren – soweit zumindest die Theorie. Kaasalainen und seine Kollegen werteten nun das Licht aus, das von dem Asteroiden reflektiert wird, um den Yorp-Effekt direkt nachzuweisen.

Dabei fanden sich tatsächlich Änderungen in der Intensität des Lichts. Diese Variationen haben ihre Ursache in der unregelmäßigen Rückstrahlung von der sich drehenden Asteroiden-Oberfläche. Aus diesen Messungen schlossen die Wissenschaftler auf die schnellere Rotation des des Asteroiden.

Das Kürzel «Yorp» steht für die Namen Yarkovsky, O'Keefe, Radzievskii und Paddack der federführenden Wissenschaftler bei der Erforschung des Phänomens.

Dass Licht die Bewegung von Asteroiden beeinflusst, wollen einige Wissenschaftler auch praktisch nutzen: Christian Grützner und seine Mitarbeiter vom Institut für Luft- und Raumfahrttechnik der Technischen Universität Dresden planen, mit Hilfe von gebündeltem Sonnenlicht Asteroiden auf Erd-Kollisionskurs von ihrer Bahn abzulenken. Ein Spiegel von rund 100 Metern Durchmesser könnte das Sonnenlicht auf einen etwa 10 Meter durchmessenden Fleck auf der Asteroiden-Oberfläche lenken und diesen stark erhitzen. Auf diese Weise ließe sich die Flugkurve leicht, aber entscheidend beeinflussen, hoffen die Forscher. (dpa)