08.01.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Dunkle Materie, sichtbar gemacht Bild: Nasa, Esa und R. Massey
Bild: Nasa, Esa und R. Massey
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die dunkle Materie hält mit ihrer Schwerkraft Galaxien zusammen. Nun haben Forscher die Verteilung von dem gemessen, was sie nicht sehen können.
Astronomen haben untersucht, wie die dunkle und die sichtbare Materie in rund 500.000 Galaxien verteilt sind. Ergebnis ist eine dreidimensionale Karte des bislang größten Bereichs, den Wissenschaftler auf diese Weise untersucht haben.
Das internationale Forscherteam um Richard Massey vom
California Institute of Technology in Pasadena hat mit dem Weltraumteleskop Hubble einen Himmelsausschnitt von 1,6 Grad im Quadrat untersucht. Diese Fläche entspricht dem Achtfachen der Fläche des Vollmonds. Aus den detaillierten Bildern rund einer halben Million Galaxien erstellten sie nun die Karte der Verteilung dunkler und sichtbarer Materie. An der Karte der normalen, baryonisch genannten Materie hat auch das
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching mitgearbeitet.
Wie die Max-Planck-Gesellschaft nun mitteilte, bestehen mehr als 80 Prozent der gesamten Masse des Universums aus dunkler Materie. Sie sendet keine elektromagnetische Strahlung wie sichtbares Licht oder Radiowellen aus. Die Astronomen können nur von Wechselwirklungen mit sichtbarer Materie oder Licht auf die Existenz der dunklen Materie schließen.
Weil die Schwerkraft der dunklen Materie das Licht der untersuchten Galaxien ablenkt, konnten die Forscher anhand der Hubble-Bilder die Verteilung der dunklen Materie erfassen. Die erstellte Karte zeigt ein über das Universum verteiltes Netz dunkler Materie. An manchen Orten ist sie jedoch besonders dicht, berichten die Forscher in der Online-Ausgabe des Magazins «Nature».
Diese Stellen ziehen durch ihre stärkere Schwerkraft die sichtbare Materie an, sodass sich diese zusammenballt. So entstehen Sterne, Galaxien und ganze Galaxienhaufen. Die Verteilung der Materie im Universum zeige, dass die baryonische Materie der dunklen Materie folgt. Astrophysiker betrachten sie daher als Gerüst des Universums. (nz)