Mondsonde geht auf Crashkurs
21.08.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Illustration: Smart-1 im Mondorbit
Foto: Esa/AOES Medialab
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Mondmission Smart-1 nähert sich einem Grande Finale: Die Sonde soll - von der Erde aus beobachtbar - auf der Oberfläche des Mondes einschlagen.
Am Morgen des 3. September soll die Mondsonde Smart-1 der europäischen Weltraumorganisation Esa auf dem Erdtrabanten einschlagen. Forscher erhoffen sich von dem kontrollierten Crash neue Erkenntnisse über die chemische Zusammensetzung des Mondbodens.
Mit einer Aufprallgeschwindigkeit von 7200 Kilometern pro Stunde werde die 366 Kilogramm schwere Sonde einen «bescheidenen», drei bis zehn Meter breiten Krater schlagen, erklärt Bernard Foing. «Das entspricht in etwa dem Einschlagkrater eines ein Kilogramm schweren Meteoriten auf der bereits stark von natürlichen Einschlägen gezeichneten Mondoberfläche», wird der Projektwissenschaftler für Smart-1 in einer Mitteilung der Esa zitiert.
Mehrere große Bodenteleskope sollen den Aufprall beobachten. Dabei sollen physikalische Auswirkungen des Aufpralls wie die Menge des abgesprengten Materials beobachtet werden. Anhand der Strahlung des Materials wollen Forscher die Oberflächenchemie des Mondes analysieren. Die geplante Bruchlandung ist auch ein Test für künftige Aufprallexperimente, etwa wenn Satelliten für die Erde bedrohliche Asteroiden abfangen oder ablenken sollen.
Um Zeit und Ort des Aufpralls von Smart-1 für die Beobachtung zu optimieren wurden die Triebwerke der Sonde bereits im Juni mehrmals gezündet. «Für den 25. August sind letzte Kurskorrekturen geplant, die sich noch auf die endgültige Aufprallzeit auswirken könnten», sagt Octavio Camino-Ramos, der Betriebsleiter für Smart-1. Nach aktuellen Schätzungen soll der Aufschlag am Sonntag, den 3. September, um 07:41 Uhr MESZ auf der der Erde zugewandten Seite erfolgen. (nz)