netzeitung.deStichwort: Planeten des Sonnensystems

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Die Sonne enthält rund 99,9 Prozent der Masse des Sonnensystems. (Foto: Nasa-HQ-Grin<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Sonne enthält rund 99,9 Prozent der Masse des Sonnensystems.
Foto: Nasa-HQ-Grin
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach einer neuen Definition sollen zwölf Himmelskörper als Planeten der Sonne bezeichnet werden. Eine kurze Reise durchs Solarsystem.

In rund 28.000 Lichtjahren Entfernung umrundet der Zwergstern Sonne das Zentrum der Milchstraße. Die Anzahl der Sterne in der Galaxis wird auf 300 Milliarden geschätzt. Doch die Sonne ist der einzige Stern, von dem wir wissen, dass er Zentrum eines belebten Planetensystems ist.

Der Merkur ist der sonnennächste Planet. Auf seiner stark elliptischen Umlaufbahn umrundet er die Sonne in nur 88 Tagen, seine durchschnittliche Entfernung zum Zentralgestirn beträgt etwa 58 Millionen Kilometer. Für eine Drehung um die eigene Achse benötigt Merkur fast 59 Tage. Auf seiner Tagseite steigt die Temperatur auf über 450 Grad Celsius. Da der Merkur kaum eine Atmosphäre hat, wird die Wärme auf der Nachtseite abgestrahlt und die Temperatur fällt unter minus 180 Grad Celsius. Mit knapp 5000 Kilometern Durchmesser bringt Merkur es auf etwa ein Zwanzigstel der Erdmasse.

Die Venus wird häufig als Schwesterplanet der Erde bezeichnet. Sie hat eine ähnliche Größe, Masse und Zusammensetzung. Im Gegensatz zu allen anderen Planeten rotiert sie jedoch retrograd, gegenläufig zu ihrer Bahn um die Sonne. Der Planet ist von einer dichten Atmosphäre aus hauptsächlich Kohlendioxid umgeben. Der dicke Gasmantel sorgt für ein oft als «höllisch» bezeichnetes Klima mit Temperaturen bis zu 450 Grad Celsius.

In rund 150 Millionen Kilometer Entfernung umrundet die Erde die Sonne. Leben im Universum wurde bislang nur auf diesem zu mehr als siebzig Prozent von Wasser bedecktem Planeten nachgewiesen. Der Abstand zur Sonne und eine dünne Atmosphäre aus unter anderen Gasen Stickstoff und Sauerstoff sorgen für die Bedingungen, unter denen die Vielfalt der Lebewesen fortbestehen kann.

Der Mars ist mit einem Durchmesser von etwa 6800 Kilometern etwa halb so groß wie die Erde. Seine Atmosphäre hat er wahrscheinlich durch den Sonnenwind verloren. Dieser Teilchenstrom verwehte den Gasmantel, sodass dort weniger als ein Hundertstel des Drucks auf der Erdoberfläche herrscht. In der verbliebenen Marsatmosphäre wurde Methan nachgewiesen, was als Hinweis auf Lebewesen gedeutet werden kann. Dass es Leben auf dem wegen rötlicher Eisenoxide «Roten Planeten» gibt, ist bislang nicht erwiesen.

Zwischen Mars und Jupiter liegt der so genannte Asteroidengürtel. Ceres ist mit einem Durchmesser von etwa 940 Kilometern das größte Objekt darin. Nach ihrer Entdeckung im Jahr 1801 durch Giuseppe Piazzi wurde sie als Asteroid bezeichnet. Aufgrund ihrer Größe soll sie nun jedoch den Planeten zugeordnet werden.

Jupiter ist mit knapp 318 Erdmassen der schwerste Planet des Sonnensystems. Sein Durchmesser beträgt rund 143.000 Kilometer. Jupiter gehört zur Klasse der Gasriesen und wird von vier Planeten-großen Monden begleitet, die bereits Galileo Galilei Anfang des siebzehnten Jahrhunderts mit einem einfachen Teleskop erkennen konnte. Unter der Eisdecke des Mondes Europa vermuten Forscher einen Ozean, der möglicherweise Leben beherbergt.

Der Ringplanet Saturn gehört ebenfalls zu den Gasriesen. Er ist nur wenig kleiner als Jupiter, jedoch weniger dicht, und hat nur gut 95 Erdmassen. Neben dem auffälligen Ringsystem begleiten 56 bekannte Monde den Saturn. Der größte Satellit Titan hat eine dichte Stickstoff-Atmosphäre reich an organischen Verbindungen. Mit im Mittel minus 180 Grad Celsius auf der Oberfläche ist es dort aber zu kalt für flüssiges Wasser und damit wahrscheinlich auch Leben.

Der Uranus hat wie sein innerer Nachbar Ringe. Mit einem Durchmesser von etwa 51.000 Kilometern hat der Gasriese mehr als das 60fache Volumen der Erde, er bringt es jedoch nur auf gut das 14fache ihrer Masse. Auf seiner fast kreisförmigen Bahn umrundet er alle 84 Jahre einmal die Sonne in etwa drei Milliarden Kilometern Entfernung.

In 4,5 Milliarden Kilometern Entfernung zieht der äußerste Gasriese des Solarsystems auf seiner Bahn. Neptun wurde als erster Planet nicht durch Himmelsbeobachtungen, sondern nach mathematischen Überlegungen entdeckt. Bahnabweichungen seines inneren Nachbarn Uranus führten den Mathematiker Urbain Joseph Le Verrier zu der Annahme, dass es einen achten Planeten geben müsse. Kurz darauf wurde der Planet entdeckt, der für einen Umlauf um die Sonne rund 165 Jahre benötigt.

Pluto wurde im Jahr 1930 entdeckt. In einer mittleren Entfernung von fast sechs Milliarden Kilometern von der Sonne ist seine Atmosphäre zum größten Teil gefroren. Wenn sich der Planet auf seiner elliptischen Bahn der Sonne nähert, bildet sich jedoch ein Gasmantel. 1978 fanden Astronomen heraus, dass Pluto einen Begleiter hat. Charon ist mit einem Durchmesser von etwa 1200 Kilometern gut halb so große wie Pluto mit 2300 Kilometern. Aufgrund ihrer ähnlichen Ausmaße und der Tatsache, dass sie um einen gemeinsamen Schwerpunkt kreisen, der oberhalb Plutos Oberfläche liegt, spricht man von einem Doppelplaneten. Für einen Umlauf um die Sonne benötigt das Paar 248 Jahre.

Außerhalb der Umlaufbahn des Neptuns liegt der so genannte Kuipergürtel aus Tausenden eisiger Objekte mit Durchmessern über 1000 Kilometern. Im Jahr 2005 gaben Astronomen die Entdeckung eines Objekts darin bekannt, das mit 3000 Kilometern Durchmesser größer ist als Pluto. Vorläufig 2003 UB313 benannt soll die kleine Eiswelt daher zu den Planeten gerechnet werden. Ihre stark exzentrische Umlaufbahn bringt sie 97 mal so weit von der Sonne weg wie die Erde. Eine Sonnenumrundung dauert etwa 560 Erdenjahre.

Für das Web ediert von Patrick Eickemeier