netzeitung.deHöllische Hitze dominiert Venus-Klima

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Die Raumsonde «Venus Express» soll vor allem das Klima der Venus-Atmosphäre erkunden. Die Forscher interessiert, wie und wann es zu dem gigantischen Treibhauseffekt auf unserem Nachbarplaneten kam.

Unser Nachbarplanet Venus ist mit einem Durchmesser von 12.100 Kilometern fast so groß wie die Erde. Anders als diese ist der sonnennähere Planet jedoch sehr lebensfeindlich. Bei der durchschnittlichen Oberflächentemperatur von 470 Grad Celsius schmelzen Blei und Zinn. Der Boden ist rot glühend. Undurchdringliche Schwefelsäure-Wolken verbergen die Venusoberfläche. Raumsonden haben sie jedoch mit Radar erforscht: Etwa 80 Prozent sind flache Ebenen, Hochländer erheben sich bis zu elf Kilometer darüber.

Luft zum Atmen bietet die Venusatmosphäre nicht: Sie besteht zu 96 Prozent aus Kohlendioxid, dessen Treibhauseffekt den Planeten auf die höllischen Temperaturen aufheizt. Dazu kommen 3,5 Prozent Stickstoff und unter anderem aus Wasser sowie Schwefeldioxid. Der Atmosphärendruck ist 90 Mal so hoch wie auf der Erde. Einen Mond hat die Venus auch nicht. Sie ist jedoch hübsch anzuschauen: Nach Sonne und Mond ist der Planet als so genannter Morgen- oder Abendstern oft der hellste Himmelskörper am irdischen Firmament.

Nach dem sonnennächsten Planeten Merkur ist die Venus der zweite Planet im Sonnensystem und 108 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Je nachdem, wo sich Erde und Venus auf ihren Umlaufbahnen um die Sonne gerade befinden, trennen sie 41 Millionen bis 257 Millionen Kilometer voneinander. Ein Tag dauert auf der nur langsam rotierenden Venus 243 Erdtage und ist damit länger als ein Venusjahr: Für eine Umrundung der Sonne benötigt die Venus 225 Erdentage.

Über zehn Jahre ist es her, seit die Venus das letzte Mal Besuch von der Erde hatte. Obwohl sie, vom Mond abgesehen, mit einem Abstand von rund 40 Millionen Kilometer unser nächster Nachbar im All ist, wissen die Planetenforscher verhältnismäßig wenig über sie. Das könnte sich bald ändern. Mit insgesamt sieben wissenschaftlichen Instrumenten an Bord wollen die Europäer zum ersten Mal die dichte und für das menschliche Auge undurchdringbare Atmosphäre der Venus untersuchen. Die Forscher interessiert dabei vor allem, wie und wann es zu dem gigantischen Treibhauseffekt auf der Venus kam und ob sie daraus Rückschlüsse auf die langfristige Klimaentwicklung auf der Erde ziehen können. (nz/dpa)