04.04.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Tempel-1 kurz nach der Kollision
Foto: Nasa/JPL-Caltech/UMD
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Im vergangenen Jahr schlug ein Projektil auf dem Kometen Tempel-1 ein. Röntgenbeobachtungen zeigen, dass der Komet schwerer getroffen wurde, als bislang angenommen.
Der Einschlag eines Projektils der US-Weltraumsonde «Deep Impact» hat britischen Wissenschaftlern zufolge im vergangenen Jahr etwa 250.000 Tonnen Wasser aus dem Kometen Tempel 1 geschlagen.
«Die Beobachtung mit dem Satelliten Swift zeigen, dass dabei mehr Wasser über einen längeren Zeitraum freigesetzt wurde, als zunächst angenommen», berichtete der Leiter des Projektes, Dick Willingale von der Universität Leicester am Dienstag beim britischen Astronomie-Kongress an seiner Hochschule. Der Swift-Satellit ist mit einem Röntgen-Teleskop ausgestattet. Es wurde kurz vor der Kollision auf den Kometen gerichtet.
So konnten die Forscher beobachten, wie viel Wasser durch den Einschlag aufgewirbelt wurde. Die beobachtete Röntgenstrahlung entstand, als das Wasser in die den Kometen umgebende dünne Gaswolke aufstieg und vom Sonnenwind getroffen wurde. Dieser hochenergetische Teilchenstrom von der Sonne regte das Wasser zur Strahlung an.
Der Ausbruch der Strahlung habe insgesamt 12 Tage lang gedauert, berichteten die Astronomen nun. In den fünf bis zehn Tagen nach dem Einschlag habe der Himmelskörper täglich bis zu 40.000 Tonnen Wasser ins Weltall geschleudert.
Der gezielte Einschlag des Projektils der Nasa-Sonde «Deep Impact» geschah am 4. Juli 2005. Aus den Daten des Experiments, an dem neben britischen auch US-Wissenschaftler beteiligt sind, wollen die Astronomen Erkenntnisse zur Entstehung unseres Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren gewinnen. Viele Experten nehmen an, dass Kometen vor Milliarden von Jahren Wasser und organische Stoffe und damit die Grundbausteine des Lebens auf die Erde brachten. (nz)