netzeitung.de«Planet Xena» ist größer als Pluto

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Illustration: 2003 UB313 (links) im Vergleich zu Pluto, Charon, dem Erdmond sowie der Erde Bild: MPIfR (Bild: MPIfR<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Illustration: 2003 UB313 (links) im Vergleich zu Pluto, Charon, dem Erdmond sowie der Erde Bild: MPIfR
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ob es jenseits des Pluto weitere Planeten im Sonnensystem gibt, ist eine Frage der Definition. Nach seiner Größe müsste ein weiterer Körper als Planet bezeichnet werden.

Deutsche Wissenschaftler haben die Größe eines im vergangenen Jahr entdeckten Kleinplaneten bestimmt. Das vorläufig 2003 UB313 oder «Xena» genannte Objekt ist demnach das größte im Sonnensystem, das seit der Entdeckung des Neptun im Jahr 1846 neu beschrieben wurde. Dass die astronomische Forschergemeinschaft es als zehnten Planeten anerkennt, ist allerdings fraglich.

Wärme und Helligkeit
Im Januar 2005 entdeckten Mike Brown und seine Kollegen am California Institute for Technology in den USA in Aufnahmen des Samuel-Oschin-Teleskops ein sich langsam bewegendes, punktförmiges Objekt. Die Größe des neu entdeckten Kleinplaneten konnten sie allerdings nur schätzen. Seine optische Helligkeit ließ sie annehmen, dass er mindestens so groß wie Pluto sein müsste.

Nun haben Astronomen der Universität Bonn und des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR) nachgemessen. In der aktuellen Ausgabe des Magazins «Nature» berichten die Forscher um Frank Bertoldi und Wilhelm Altenhoff, dass UB313 einen Durchmesser von rund 3000 Kilometern hat und damit um 700 Kilometer größer ist als Pluto.

Die Forscher kombinierten Messungen der abgestrahlten Wärmeleistung mit Messungen der optischen Helligkeit. Auf diese Weise konnten sie bestimmen, welchen Anteil des Sonnenlichts der Kleinplanet reflektiert. Circa 60 Prozent der einfallenden Sonnenstrahlung werden von der Oberfläche zurückgeworfen, berechneten die Wissenschaftler. Dieser Wert ließ sie auf die Größe schließen.

Überbleibsel im Randbezirk
«Da UB313 deutlich größer ist als Pluto, wird es zunehmend schwieriger, Pluto einen Planeten zu nennen, aber UB313 diesen Status zu verwehren», wird Frank Bertoldi in einer Mitteilung der Max-Planck-Gesellschaft zitiert. Die Größenbestimmung beweise, dass Pluto kein so außergewöhnliches Objekt ist, sagt Altenhoff. Die Forscher hoffen noch weitere große Objekte zu finden, um Rückschlüsse auf die Entstehung des Sonnensystems zu ziehen.

Wie Pluto ist UB313 eines der eisigen Objekte des so genannten Kuiper-Gürtels, die jenseits von Neptun um die Sonne kreisen. Diese Objekte sind Überbleibsel aus der Entstehungszeit der Sonne und ihrer Planeten vor rund 4,6 Milliarden Jahren.

UB313 ist das weitest entfernte jemals im Sonnensystem gefundene Objekt. Seine stark exzentrische Umlaufbahn bringt es 97 mal so weit von der Sonne weg wie die Erde. Es ist dreimal so weit von der Sonne entfernt wie der neunte Planet Pluto. Eine Sonnenumkreisung – das Jahr auf UB313 – dauert etwa 560 Erdenjahre. Die Entfernung zu unserem Heimatplaneten beträgt 14,5 Milliarden Kilometer. (nz)