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Lupe Funkkontakt nach Start von Venus-Sonde

Am Morgen hat eine Sojus-Rakete die erste europäische Venus-Sonde auf die Reise zum Nachbarplaneten der Erde geschickt. Die Bodenkontrolle konnte ersten Funkkontakt zu dem Fluggerät herstellen.

Die erste europäische Venusmission hat am frühen Morgen begonnen. Um 4:33 Uhr hob die Raumsonde Venus Express an Bord einer Sojus-Rakete vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ab. Die Sonde soll den nächsten Nachbarplaneten der Erde im April 2006 erreichen. Hauptziel der 220 Millionen Euro teueren Mission ist die Erforschung der Venusatmosphäre.

Der Chef des europäischen Raumkontrollzentrums Esoc in Darmstadt, Gaele Winters, sagte: «Wir haben einen erfolgreichen Start gesehen.» Kurz nach 6:00 Uhr habe die Fregat-Oberstufe der Rakete zum zweiten Mal gezündet und die Sonde auf ihren endgültigen Kurs zum Zielplaneten Venus geschickt. Zuvor war die Raumsonde rund eine Stunde lang um die Erde gekreist.

Um 6:10 trennte sich die Fregat-Stufe nach Esa-Angaben planmäßig von der Sonde. Wie Flugdirektor Paolo Ferri in Darmstadt berichtete, konnte die Bodenkontrolle über die Funkstation New Norcia in Australien um 6:30 Uhr erstmals Funkkontakt mit Venus Express aufnehmen.

Kein Leben vermutet
Nach Angaben der europäischen Raumfahrtagentur Esa sind für die wissenschaftlichen Experimente zunächst 500 Tage geplant. An Bord der unter Mitwirkung von 14 europäischen Staaten konstruierten Sonde befinden sich insgesamt sieben Messinstrumente, darunter Massenspektrometer, Magnetometer sowie eine Spezialkamera. Die Sonde wurde unter Federführung des Raumfahrtkonzerns EADS Astrium im französischen Toulouse gebaut. Gesteuert wird die Raumsonde vom Esa-Raumkontrollzentrum in Darmstadt.

Experten halten es für nahezu ausgeschlossen, dass auf der Venus Leben existiert. Es gibt kaum Wasser. Zudem herrschen hohe Temperaturen und ein enormer Druck. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt ist der Atmosphärendruck etwa 100 mal so hoch wie auf der Erde. Die Temperaturen erreichten 480 Grad Celsius. Die Venusatmosphäre besteht überwiegend aus Kohlendioxid und Stickstoff. (nz)