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Sumatra-Beben hinterließ «Schwerkraft-Narbe»

26. Apr 2005 15:10
Die Form der Erde nach ihrer Anziehungskraft. Absenkungen zeigen geringere Schwerkraft an als Erhebungen.
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Das Sumatra-Beben löste Ende vergangenen Jahres eine verheerende Tsunami aus. Das Seebeben hinterließ auch Spuren im Schwerefeld der Erde.

Beim Seebeben im Indischen Ozean vor Sumatra verschoben sich zwei Erdplatten gegeneinander. Dadurch entstand auf rund 1000 Kilometern Länge entlang des Sunda-Tiefseegrabens ein sechs Meter hoher Felsvorsprung. Die Veränderung des Profils schlug sich auch in der Stärke der Erdanziehungskraft nieder, berechneten jetzt Forscher. Ein Satellit soll ihre Ergebnisse überprüfen.

Sechs Jahre Tauwetter

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Roberto Sabadini und Giorgio Dalla Via von der italienischen Università Milano berechneten, dass im Geoid, einer räumlichen Darstellung der Erdanziehungskraft, eine 18 Millimeter hohe Stufe entstanden ist. Wie die europäische Weltraumorganisation Esa am gestrigen Montag mitteilte, soll der Satellit «Goce» (für: Gravity Field and Ocean Circulation Explorer) dieses Ergebnis überprüfen.

Der Satellit misst Abweichungen von seiner Flugbahn, die durch die unterschiedliche Erdanziehungskraft an unterschiedlichen Orten verursacht werden. Die Form des Geoids gibt diese Schwankungen wieder, die durch ungleich verteilte Masse entstehen. Das Beben habe sie in kurzer Zeit so stark verändert, wie das Abtauen von Eisfeldern in Patagonien in sechs Jahren, berichteten die italienischen Forscher in der Fachzeitschrift «Eos» der American Geophysical Union.

Schwerefeld nach dem Seebeben vor Sumatra
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«Diese Arbeit ist die perfekte Ergänzung zur Seismik», sagt Sabadini. Die Wissenschaft von der Entstehung und Ausbreitung von Erdbeben könne zwar bestimmen, wie groß Verwerfungen sind und wo das Epizentrum eines Bebens liegt. Doch erst die Geoid-Messungen zeigten, wie viel Masse bewegt wurde, sagt Sabadini. Der Start des Satelliten Goce ist für das Jahr 2006 geplant. (nz)

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