netzeitung.deDer letzte Planet

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Pluto mit seinen unterschied- lich hellen Bereichen Bild: Nasa (Bild: Nasa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Pluto mit seinen unterschied- lich hellen Bereichen Bild: Nasa
Bild: Nasa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Vor 75 Jahren wurde der Pluto entdeckt. Die Suche nach dem neunten Planeten im Sonnensystem war von Irrtümern geprägt und letztlich mithilfe des Zufalls erfolgreich. Bilderschau: Pluto in Bildern

Am 13. März 1930 gab das Lowell Observatory in Flagstaff, Arizona, die Entdeckung des Pluto bekannt. Hinweise auf einen neunten Planeten im Sonnensystem hatten Astronomen vorgelegen. Doch die Erwartungen der Forscher wurden durch den neuen Planeten zunächst enttäuscht.
Das Glück des Tüchtigen
Neptun, der achte Planet des Sonnensystems wurde im Jahr 1848 entdeckt. Anhand von Unregelmäßigkeiten seiner Umlaufbahn um die Sonne schlossen Wissenschaftler auf die Existenz eines weiteren, weiter außen liegenden Planeten, dessen Schwerkraft bisweilen an Neptun rüttelt. Doch die Suche nach dem damals so genannten «Planeten X» blieb lange erfolglos.

Der US-amerikanische Astronom Percival Lowell hatte eigens dazu ein Observatorium gegründet. Er begann im Jahr 1905 mit der Fahndung nach dem Planeten X, starb aber 1916 - ohne fündig geworden zu sein. 1929 übernahm der Autodidakt Clyde Tombaugh am Lowell Observatory diese Aufgabe. Er fotografierte den Himmel systematisch ab und machte durch den Vergleich jeweils zweier Aufnahmen bewegliche Objekte ausfindig.

Am 18. Februar 1930 entdeckte er im Gebiet des Sternbilds Zwilling einen schwachen Lichtpunkt. Berechnungen ergaben, dass die Position des Objekts außerhalb der Neptunbahn lag, Tombaugh hatte den neunten Planeten gefunden. Zu Ehren des Begründers gab das Lowell Observatory diese Nachricht am 13. März, dem Geburtstag Percival Lowells, bekannt.

Doch das gefundene Objekt entsprach nicht den Vorstellungen vom gesuchten Planeten X. Für einen Gasriesen, wie man ihn im äußeren Sonnensystem erwartet hatte, leuchtete Pluto zu schwach. Auch Plutos Umlaufbahn irritierte: Sie liegt in einer anderen Ebene als die der anderen Planeten. Auf seiner 248 Jahre dauernden Rundreise um die Sonne kreuzt Pluto zudem die Bahn des Neptun und macht diesen zum neunten Planten.

Dass Tombaugh den Pluto in einer Region entdecken konnte, in der sich der dort vermutete Gasriese X hätte befinden sollen, war Zufall. Hätte die Position des Pluto nicht in der Nähe der berechneten Umlaufbahn des Planeten X gelegen, hätte der Astronom wahrscheinlich vergeblich gesucht.

Diskussion um Planetenstatus
Nach der Entdeckung wurde der Planetenstatus des Pluto immer wieder angezweifelt. Mit einem Durchmesser von nur rund 2320 Kilometern ist Pluto deutlich kleiner als der mehr als 4800 Kilometer messende, nächst größere Planet Merkur. Astronomen betrachteten den «exzentrischen Eiszwerg» daher als Objekt des Kuiper-Gürtels. Dabei handelt es sich um eine riesige scheibenförmige Ansammlung eisiger Trümmer, die die Sonne in einer Entfernung von etwa 12 bis 15 Milliarden Kilometern umkreist.

«Wenn viele Kollegen Pluto heute vom wissenschaftlichen Standpunkt nicht mehr als Planeten sehen würden, so doch vom historischen», sagte Ralf Jaumann, Planetenforscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt der Agentur dpa. Die Diskussion wurde 1999 durch eine Erklärung der International Astronomical Union beendet, in der sich die Vereinigung dafür aussprach, den Status des Pluto als neunter Planet beizubehalten.

Für das Web ediert von Patrick Eickemeier