netzeitung.deMars-Sonde findet Hinweise auf Eis-See

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Sonde `Mars Express´ (Foto: Esa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Sonde `Mars Express´
Foto: Esa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Seit einem Jahr kreist die Sonde «Mars Express» um den roten Planeten. Kameras an Bord haben jetzt Bilder geschossen, die eine länger gehegte Vermutung bestätigen könnten.

In der Nähe des Mars-Äquators liegt womöglich direkt unter der Oberfläche des Planten ein riesiger See aus Eis. Die HRSC-Kamera an Bord der «Mars Express»-Sonde hat Fotos aufgenommen, auf denen eine 800 Mal 900 Kilometer große, ungewöhnlich ebene Fläche zu sehen ist, berichtet die britische BBC. Eine Schicht aus Staub und Asche auf dem See verhindere, dass das Wasser aufgrund des geringen Luftdrucks sofort verdampfe.

Komplett eingefroren
Die Stelle, an der der See vermutet wird, liege im Gebiet Elysium Planitia, fünf Grad nördlich des Äquators. «Es wird seit langer Zeit davon ausgegangen, dass um den Äquator nahe der Oberfläche Wasser zu finden ist», sagte Jan-Peter Muller vom University College London. In der Region gebe es viele Hinweise auf Flüsse, aber einen See, geschweige denn Packeis, habe noch niemand zuvor gesehen. Bereits bekannt ist, dass es an den Polen des Mars´ größere Wasservorkommen gibt.

Die Forscher, die ihre Ergebnisse auf der «Lunar und Planetary Science Conference» im März und in einer kommenden Ausgabe des Fachblatts «Nature» vorstellen wollen, vermuten, dass der See vor etwa fünf Millionen Jahren entstanden ist. Vermutlich sei infolge einer Naturkatastrophe die Region überschwemmt worden. Packeis habe sich auf der Oberfläche des Sees gebildet, später sei er komplett eingefroren und von Sedimenten überlagert worden. Der ganze See sei im Schnitt 45 Meter tief. Weitere Untersuchungen müssten die Beobachtungen noch bestätigen. (nz)