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Lupe «Huygens» erlebte stürmische Zeiten

Von «Herabschweben» kann wohl keine Rede sein: Beim Abstieg durch die Atmosphäre des Titans rüttelten Winde mit einer Geschwindigkeit von bis zu 430 Stundenkilometer an der Raumsonde «Huygens».

Mit einem Netzwerk von Radioteleskopen auf der Erde haben Wissenschaftler die Windgeschwindigkeiten berechnet, mit denen die Raumsonde «Huygens» während ihres Fluges durch die Atmosphäre des Titans konfrontiert wurde. In 120 Kilometern Höhe fegte der Wind mit bis zu 430 Kilometern pro Stunde um die Sonde. Nahe der Oberfläche seien die Winde hingegen nur schwach, berichtet die Europäische Weltraumagentur Esa.

Probleme bei der Datenübertragung
Die Messungen konnten hätten nicht direkt im All durchgeführt werden können, da es «Konfigurationsprobleme» mit einem Empfangsgerät der Schwestersonde «Cassini» gegeben habe, hieß es. Deswegen müssten die Wissenschaftler nun die Signale ausgewertet werden, die Radioteleskope auf der Erde von «Huygens» empfangen hatten.

«Unser Team hat nun den ersten wichtigen Schritt unternommen, um die Daten wieder zu erlangen, die wir für das Erreichen unseres wissenschaftlichen Ziels brauchen: ein akkurates Profil der Titan-Winde während des Abstiegs von »Huygens« zu erstellen», sagte Michael Bird von der Universität Bonn, der das «Doppler-Wind-Experiment» leitet.

Winde wehen von West nach Ost
Die Auswertung der Daten ergab demnach, dass die Winde in fast allen Höhenlagen von West nach Ost wehen – in der Rotationsrichtung von Titan. Bis zu einer Höhe von 60 Kilometern nehmen die an der Oberfläche lauen Winde stetig zu. Aus einer Höhe oberhalb von 60 Kilometern erhielten die Forscher sehr variierende Messdaten. Vermutlich sei dies auf starke Scherwinde in dieser Höhe zurückzuführen, hieß es.

Die Maximalgeschwindigkeit registrierten die Wissenschaftler in einer Höhe von 120 Kilometern, die «Huygens» etwa 10 Minuten nach dem Beginn des Abstiegs erreichte.

Die Esa-Sonde war am 14. Januar nach mehr als siebenjähriger Reise in die Atmosphäre des Saturn-Mondes Titan eingedrungen und hatte während des gut zweieinhalbstündigen Sinkfluges Daten gesammelt. Diese wurden an die Schwestersonde «Cassini» geschickt, die sie dann an die Erde funkte. (nz)