20.12.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Mondsonde fliegt auf Kollisionskurs
Die Saturnmission Cassini-Huygens ist nach siebenjähriger Anreise und fast sechs Monaten im Saturnorbit in eine entscheidende Phase getreten.
Die Doppelsonde Cassini-Huygens wurde am vergangenen Freitag auf einen kontrollierten Kollisionskurs mit dem Saturnmond Titan gebracht. Morgen soll die Abkopplung der Sonde Huygens eingeleitet werden, die am 14. Januar in die Atmosphäre des größten Saturnmondes eintauchen soll.
Ungewisse LandungNach der Planung der europäischen Weltraumagentur Esa soll Huygens am Morgen des 25. Dezembers um etwa 05.08 Uhr MEZ ausgeklinkt werden. Danach wird sich Huygens langsam von Cassini wegbewegen und etwa siebenmal pro Minute um ihre eigene Achse rotieren, um auf Kurs zu bleiben.
Für den Sinkflug auf die Oberfläche des Titan ist die Sonde mit einem Fallschirm ausgestattet. Sie soll im Flug Proben der Atmosphäre sammeln, analysieren und die Daten an den Saturnorbiter Cassini funken, der sie zur Erde weiterleitet. Ob Huygens nach dem rund zweistündigen Sinkflug bei der Landung festen Untergrund vorfinden wird, ist bislang unklar. Möglicherweise ist die Mondoberfläche mit Seen flüssiger Kohlenwasserstoffe bedeckt.
Sollte Huygens, die als Atmosphärensonde und nicht als Landegerät konstruiert wurde, den Aufprall überstehen, könnte sie noch für zwei weitere Stunden Daten übermitteln, teilte die Esa mit. Dann bricht ihr Funkkontakt zu Cassini ab. Der Saturnorbiter soll am 28. Dezember den Kollisionskurs mit Titan verlassen und den Ringplaneten und seine Monde nach der Planung mindestens vier weitere Jahre erforschen. (nz)