02.06.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Zweite Wartung des HST im Februar 1997 von Bord eines Spaceshuttles aus
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Das Risiko bemannter Wartungsflüge zum Hubble-Weltraumteleskop ist zu groß. Jetzt sammelt die Nasa Vorschläge für eine unbemannte Rettungsmission.
Das Hubble Space Telescope (HST) der US-amerikanischen Weltraumbehörde Nasa ist seit dem Jahr 1990 in Betrieb. Um seine Lebensdauer um vier bis fünf Jahre zu verlängern, soll im Jahr 2007 ein Roboter das Teleskop warten.
Technisches Versagen 2007Am gestrigen Dienstag gab Nasa-Chef Sean O'Keefe bekannt, dass die Weltraumbehörde bis zum 16. Juli Vorschläge für die Roboter-Mission annehmen wird. «Das ist der erste Schritt im langen Prozess, die besten Möglichkeiten zur Rettung Hubbles zu finden», sagte O'Keefe. Der Wartungsflug solle spätestens Ende des Jahres 2007 gestartet werden.
Hauptziel der Mission ist die Montage eines so genannten Deorbit-Moduls, das den Wiedereintritt des Teleskops in die Erdatmosphäre am Ende seiner Mission lenken soll. Die US-Behörde will auch weiter gehende Pläne prüfen. So könnten bei der Wartung Batterien und Gyroskope, das sind Kreisel, anhand derer die räumliche Orientierung des Teleskops bestimmt werden kann, gewechselt werden. Diese Systeme könnten nach Schätzungen bereits zu Beginn des Jahres 2007 versagen.
Zudem könnte ein Roboter wissenschaftliche Instrumente installieren, mit denen das Teleskop noch tiefer in den Weltraum blicken könnte. Welche Aufgaben auf dem Wartungsflug erfüllt werden sollen, will die Nasa anhand der eingegangenen Vorschläge entscheiden.
Astronauten-freundliches TeleskopWartungsflüge waren von Beginn der Hubble-Mission an eingeplant. Das Teleskop sei daher modular und Astronauten-freundlich konstruiert worden. Bei den drei bislang erfolgten bemannten Wartungsflügen wurden nicht nur technische Probleme behoben, sondern die Systeme auch auf den jeweils neuesten Stand der Technik gebracht. Die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit des Teleskops sei mit jedem neuen Instrument um den Faktor zehn erhöht worden, sagen die Betreiber zu einem Bruchteil der Kosten für ein neues Teleskop gleicher Stärke.
Nach dem Unglück des Spaceshuttles «Columbia» im Februar 2003 sagte O'Keefe die «Servicing Mission 4» jedoch ab, die für Mitte des Jahres 2006 geplant war. Das Risiko für Astronauten sei zu groß.