14. Mai 2004 15:31
Erstmals ist es einem privaten Projekt gelungen, ein Raumschiff bis an den Rand des Alls zu schießen. Nach wenigen Minuten landete der 62-jährige Testpilot sicher in der Mojave-Wüste.
Das Raumschiff SpaceShipOne war zunächst von dem Turbojetflugzeug White Knight in 15 Kilometer Höhe befördert und dort nach einer knappen Stunde Flugzeit ausgeklinkt worden. Von dort aus flog der der 62-Jährige Ex-Pilot Melvill 55 Sekunden an den Rand des Weltalls.211.400 Fuß, umgerechnet etwas über 64 Kilometer, erreichte er mit «SpaceShipOne», das aussieht, als sei es aus einem Star-Trek-Film entsprungen. Auch wenn nach gängigen Definitionen das Weltall erst außerhalb der Atmosphäre ab etwa 10.000 Kilometern beginnt, so flog er immerhin bis in die Mesosphäre, in der der Himmel nicht mehr blau, sondern tiefschwarz erscheint.
Nach 55 Sekunden Raketenschub ließ Melvill das Raumschiff ohne Schub weiter einige Sekunden steigen, nur angetrieben durch die eigene Geschwindigkeit. Anschließend ging es in den Sinkflug über, im freien Fall, nur durch Stabilisatoren gelenkt. Zurück in unteren Atmosphärenschichten wurden Triebwerke gezündet, und Melvill flog das SpaceShipOne ähnlich einem Nasa-Shuttle zurück zum Mojave-Airport.
Er sagte anschließend, «ich würde eine Millionen Dollar geben, um es noch einmal zu tun. Den blauen Himmel zu sehen, wie er komplett schwarz wird, ist der Höhepunkt meiner Karriere».