Privatmann fliegt an den Rand des Weltalls
14.05.2004
Herausgeber: netzeitung.de
211.400 Fuß, umgerechnet etwas über 64 Kilometer, erreichte er mit «SpaceShipOne», das aussieht, als sei es aus einem Star-Trek-Film entsprungen. Auch wenn nach gängigen Definitionen das Weltall erst außerhalb der Atmosphäre ab etwa 10.000 Kilometern beginnt, so flog er immerhin bis in die Mesosphäre, in der der Himmel nicht mehr blau, sondern tiefschwarz erscheint.
Nach 55 Sekunden Raketenschub ließ Melvill das Raumschiff ohne Schub weiter einige Sekunden steigen, nur angetrieben durch die eigene Geschwindigkeit. Anschließend ging es in den Sinkflug über, im freien Fall, nur durch Stabilisatoren gelenkt. Zurück in unteren Atmosphärenschichten wurden Triebwerke gezündet, und Melvill flog das SpaceShipOne ähnlich einem Nasa-Shuttle zurück zum Mojave-Airport.
Er sagte anschließend, «ich würde eine Millionen Dollar geben, um es noch einmal zu tun. Den blauen Himmel zu sehen, wie er komplett schwarz wird, ist der Höhepunkt meiner Karriere».
Gebaut wurde die White Knight und das SpaceShipOne von Burt Rutan, der in den Achtzigerjahren Voyager gebaut hatte, das erste Flugzeug, das ohne Auftanken um die Welt flog. Der Chef des 130-Mann-Unternehmens Scales Composites sagte anschließend, mit dem SpaceShipOne habe man die größten technischen Probleme für einen Weltraumflug bewältigt. Er wolle später Weltraumflüge auch für Touristen anbieten. Schon im Jahr 2020 soll ein solcher Vier-Minuten-Flug für etwa 100.000 Dollar zu haben sein.
Für das Web ediert von Peter Müller

