netzeitung.deNeue Sonneneruption übersteigt Messskala

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Der koronare Massenausstoß nach der gestrigen Sonneneruption. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der koronare Massenausstoß nach der gestrigen Sonneneruption.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Sonnenaktivität der vergangenen Tage war bereits rekordverdächtig. Jetzt wurde eine neue Eruption beobachtet, die die bisherigen noch übertrifft.

Nasa- und Esa-Astronomen haben am gestrigen Dienstag erneut eine Mega-Flare auf der Sonne beobachtet. Von der Eruption ging so starke Röntgen-Strahlung aus, dass die Detektoren des Beobachtungs-Satelliten «überladen» wurden.
«X-whatever Flare!»
Wie die US-amerikanische Weltraumbehörde Nasa mitteilte, konnte die neue Eruption aus der aktiven Sonnenregion «10486» bislang nicht klassifiziert werden. Mega-Flares wie die Eruptionen der vergangenen Woche werden mit einem «X» bezeichnet. Die Stärke der Eruption wird mit einer Zahl angegeben.

Die ersten Flares der vergangenen Woche wurden als «X7» und «X10» kategorisiert. Am Sonntag ereigneten sich eine «X8»- und eine «X3»-Eruption. Nach einer weiteren «X3»-Eruption am Montag schien die Sonnenaktivität nach zu lassen. Doch die Rekord-X-Flare am gestrigen Abend hat nach Einschätzung der US-amerikanischen National Oceanic & Atmospheric Administration einen Wert von 20 noch überschritten.

Sonnensturm zieht vorbei
Der koronare Massenausstoß, der der Riesenexplosion folgte, hat nach Schätzungen der Astronomen eine Geschwindigkeit von rund 2300 Kilometern in der Sekunde. Der Sonnensturm aus heißem, ionisierten Gas wird die Erde aber voraussichtlich nur streifen. Die aktive Region 10486 ist aufgrund der Sonnenrotation von der Erde aus betrachtet nur noch an ihrem Rand zu erkennen. Der größte Teil des Partikel-Bombardements wird die Erde – und ihre Satelliten – wahrscheinlich verfehlen.

Eine X20-Flare hatten die Astronomen bislang nur am 4. April des Jahres 2001 beobachten können. Die starke Aktivität der Region 10486 in den letzten zehn Tagen stellt eine Ausnahme von der Regel dar. Die Sonnenaktivität unterliegt normalerweise einem elfjährigen Zyklus. Doch offenbar übersteigt die jetzige Aktivität der Sonne alle Eruptionen des vergangenen Jahrtausends.


Für das Web ediert von Patrick Eickemeier