Zweiter Sonnensturm trifft auf Erde
31.10.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Sonneneruption bei abgedeckter Sonnenscheibe
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Eine weitere Wolke geladener Teilchen hat in der Nacht zum Freitag die Erde erreicht. Doch die befürchteten Schäden an Elektrotechnik blieben aus.
Das Eintreten eines weiteren Sonnensturms in die Erdatmosphäre hat den Himmel in der Nacht zum Freitag erneut vielerorts zum Leuchten gebracht. Nach Angaben von US-Forschern traf die Wolke geladener Teilchen bereits am Donnerstag auf das Magnetfeld der Erde.
Die Auswirkungen der Partikel sollten noch bis zum heutigen Freitagmorgen zu spüren sein. Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung (DFS) kam es jedoch zu keinen weiteren Einschränkungen im Flugverkehr.
Viel Arbeit für Ufo-MeldestelleAndernorts wurde hingegen über eine Häufung ungewöhnlicher Erscheinungen berichtet: Bei der Ufo-Meldestelle in Mannheim gingen in der Nacht erneut zahlreiche Berichte über «seltsame Himmelsphänomene» ein.
Der zweite Sturm war den Informationen der US-Wissenschaftler zufolge ähnlich stark wie der erste und traf mit bis zu acht Millionen Kilometern pro Stunde auf die Erdatmosphäre. Für Menschen stellen die Stürme keine Gefahr dar.
US-Flugbehörde hebt Warnung aufDie in ihnen enthaltene Energie kann jedoch Satelliten, Funkverbindungen und das Stromsystem stören. Das war hier zu Lande aber nicht der Fall. «Seit Dienstagnachmittag haben wir keine Störung der Navigationsanlagen mehr verzeichnet», betonte DFS-Sprecherin Anja Tomic.
Offenbar habe sich die Menge der elektromagnetischen Strahlungen verringert. Die US-Flugbehörde hob am Donnerstag eine Warnung wieder auf, wonach Flüge wegen befürchteter hoher Strahlungswerte nördlich und südlich des 35. Breitengrades eine Höhe von 7.500 Meter nicht überschreiten sollten.
«Wahnsinns-Lichtshow»Doch war die Teilchenwolke stark genug, um erneut Polarlichter weit südlicher als normal erscheinen zu lassen. Viele Anrufer bei der Ufo-Meldestelle sprachen von einer «Wahnsinns-Lichtshow».
Nach Angaben des Harvard-Smithsonian-Zentrums in den USA war es das erste Mal seit mindestens 27 Jahren, dass innerhalb von zwei Tagen derart gewaltige Teilchenwolken auf die Erde geschleudert wurden. 1989 hatte ein ähnlich starker Sonnensturm in der kanadischen Provinz Quebec zahlreiche Stromausfälle verursacht. (nz)