Die Ruhe nach dem Sonnensturm
30.10.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Polarlicht über Japan
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Es war eine der größten Sonneneruptionen, die Astronomen je beobachtet haben. Doch die befürchteten Auswirkungen auf die Erdtechnik blieben weitgehend aus.
Das Geoforschungs-Zentrum in Potsdam (GFZ) maß am vergangenen Dienstag den stärksten Sonnensturm seit 14 Jahren. Wie das Institut gestern mitteilte, erreichte der «außergewöhnlich starke geomagnetische Sturm» am Morgen des gestrigen Mittwoch die Erde. Größere Schäden an Satelliten oder Beeinträchtigungen innerhalb der Erdatmosphäre gab es bislang allerdings kaum.
Seltene SchadensmeldungenDie von der Sonne ausgestoßene riesige Wolke elektrisch geladener Teilchen habe zwar zu heftigen Schwankungen des Erdmagnetfeldes geführt, berichtet die Agentur AP. Es seien aber keine der befürchteten Stromausfälle gemeldet worden. Auch das Fernsehen und die Handynetze überstehen den Partikelregen bislang unbeschadet. Besonders starke Sonnenwinde können die Erdatmosphäre durchdringen und elektrische Geräte stören.
Schadensmeldungen sind bislang jedoch selten: Auf nördlichen Flugrouten sei der Sprechfunk von Piloten ausgefallen. Wie die Deutsche Flugsicherung gestern mitteilte gab es keine weiteren Einschränkungen der Flugsicherheit. Da die Strahlung Radar- und Sprechfunkanlagen stören könne, wurde die Zahl der Flüge vorsichtshalber «auf eine Menge begrenzt, die sicher durch den Luftraum geführt werden kann». Dadurch kam es zu Verspätungen.
Auch im Erdorbit haben offenbar die meisten Geräte das stürmische Weltraumwetter gut überstanden. Lediglich die japanische Weltraumbehörde JAXA meldete, dass sie den Funkkontakt einem Forschungssatelliten verloren habe. Da aber bereits einige Tage zuvor ein Satellit ausgefallen war, ist unklar, ob der Sonnensturm für den Defekt verantwortlich ist.
Eine harmlose Erscheinung, die die riesige Sonneneruption vielerorts verursacht, sind Polarlichter. Nach einer weiteren AP-Meldung wurden sie auch am Nachthimmel über Deutschland beobachtet. Der Deutsche Wetterdienst habe Sichtungen von der Nord- und Ostsee bis zum Westerwald und nach Sachsen registriert. Auch andernorts in der Welt etwa in Japan oder Texas leuchtete die Atmosphäre in für das Polarphänomen ungewöhnlichen Breiten im Sonnenwind auf.