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Chinas erster Astronaut gelandet

16. Okt 2003 07:54, ergänzt 10:40
Der erste chinesische Taikonaut Yang Liwei ist sicher zur Erde zurückgekehrt. China plant bereits die nächste Mission und hat große Pläne.

Chinas erster «Taikonaut» Yang Liwei ist wohlbehalten zur Erde zurückgekehrt. Seine Raumkapsel «Shenzhou 5» landete am Donnerstagmorgen nach 21-stündigem Flug um 6.23 Uhr (Ortszeit) in der inneren Mongolei, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete. «Ich bin stolz auf mein Vaterland», sagte Yang nach seiner Bergung. Er wurde anschließend in die Hauptstadt Peking geflogen.

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Yang ist laut der ersten medizinischen Untersuchung in guter Verfassung. Er verließ die Raumkapsel aus eigenen Kräften und winkte in die Kameras. Fernsehbildern zeigten, wie Helfer den 38-Jährigen auf einem Stuhl zu seinen medizinischen Betreuern trugen. «Das Raumschiff arbeitete normal. Ich fühle mich gut», sagte der Kampfpilot.

«Vollständiger Erfolg»

Die chinesische Regierung zeigte sich erfreut über den Verlauf des Weltraumflugs. Die Mission sei ein «vollständiger Erfolg», sagte Ministerpräsident Wen Jiabao. Ex-Staatschef und Chef der Militärkommission, Jiang Zemin, gratulierte dem «Taikonauten», wie Xinhua meldete.

Die erfolgreiche Rückkehr der «Shenzhou 5»-Kapsel sei für das Land genau so wichtig wie die Entwicklung der ersten chinesischen Nuklearwaffe im Jahr 1967, sagte Wissenschaftsminister Xu Guanghua der Agentur. Dieser «Meilenstein» werde in die «Geschichte der chinesischen Nation» eingehen. China habe in einem Hochtechnologie-Bereich eine «wichtige Rolle» eingenommen, so der Minister.

Weltraumspaziergang geplant

«Shenzhou 5» war am Mittwoch von einer Trägerrakete des Typs «Langer Marsch» ins All befördert worden. Die Kapsel umkreiste insgesamt 14-mal die Erde. Chinas Raumfahrtbehörde kündigte bereits einen weiteren Weltraumflug in ein bis zwei Jahren an.

Die chinesische bemannte Raumfahrt stehe erst am Anfang, sagte ein Sprecher des Raumfahrtprogramms. China werde schon bald ein weiteres Raumschiff ins All schicken. Auch Doppelstarts seien geplant, um Andockmanöver im All testen zu können. In einigen Jahren solle ein «Taikonaut» erstmals einen Weltraumspaziergang wagen, auch der Mond ist Teil der chinesischen Pläne. Man plane jedoch nicht, wie die USA und Anfangs auch Russland, ein Raumfährenprogramm zu entwickeln, hieß es.

Zwei Milliarden Dollar

Einer der Mitkonstrukteure der auf russischer Technik basierenden «Shenzhou»-Kapseln steckte das Ziel weiter: China werde eines Tages eine Raumstation konstruieren, sagte Qi Faren laut Xinhua. Dann könnten «normale Chinesen mit unseren eigenen Fahrzeugen in den Weltraum reisen.»

Die Regierung, die in den vergangenen Wochen so gut wie nichts über die Mission hatte verlauten lassen, hat nun auch etwas zu den Kosten veröffentlicht. Bisher habe man 2,2 Milliarden Dollar und elf Jahre Forschung in das Programm investiert. Ausländischer Experten jedoch behaupten, dass die Kosten weitaus höher sind.

In vielen Teilen Chinas herrscht Armut und Hunger, die Landbevölkerung versucht, vor der hohen Arbeitslosigkeit in die Städte zu fliehen. Einige asiatische Länder krtisierten die enormen Ausgaben, die nur Prestige-Zwecken dienten.

Nasa: Wichtiger Erfolg

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa begrüßte den erfolgreichen Flug ins All. Die Mission sei eine «wichtiger Erfolg in der Geschichte der Forschung» erklärte Nasa-Chef Sean O'Keefe am Mittwoch. UN-Generalsekretär Kofi Annan würdigte den ersten bemannten Raumflug Chinas als «großen Schritt für die gesamte Menschheit».

Auch der russische Präsident Wladimir Putin gratulierte dem Land zu seinem Erfolg. Chinas Zugehörigkeit zur «Familie der Weltraummächte» werde dem Frieden, der Sicherheit und Stabilität auf der Welt dienen, schrieb Putin in einem Glückwunschtelegramm. Russland hat daran nicht unerheblichen Anteil, wie auch die chiesischen Techniker einräumen.

China ist das dritte Land nach Russland und den USA mit einem eigenen bemannten Raumfahrtprogramm. (nz)

 
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