Chinas erster Astronaut gelandet
16.10.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Die erfolgreiche Rückkehr der «Shenzhou 5»-Kapsel sei für das Land genau so wichtig wie die Entwicklung der ersten chinesischen Nuklearwaffe im Jahr 1967, sagte Wissenschaftsminister Xu Guanghua der Agentur. Dieser «Meilenstein» werde in die «Geschichte der chinesischen Nation» eingehen. China habe in einem Hochtechnologie-Bereich eine «wichtige Rolle» eingenommen, so der Minister.
Die chinesische bemannte Raumfahrt stehe erst am Anfang, sagte ein Sprecher des Raumfahrtprogramms. China werde schon bald ein weiteres Raumschiff ins All schicken. Auch Doppelstarts seien geplant, um Andockmanöver im All testen zu können. In einigen Jahren solle ein «Taikonaut» erstmals einen Weltraumspaziergang wagen, auch der Mond ist Teil der chinesischen Pläne. Man plane jedoch nicht, wie die USA und Anfangs auch Russland, ein Raumfährenprogramm zu entwickeln, hieß es.
Die Regierung, die in den vergangenen Wochen so gut wie nichts über die Mission hatte verlauten lassen, hat nun auch etwas zu den Kosten veröffentlicht. Bisher habe man 2,2 Milliarden Dollar und elf Jahre Forschung in das Programm investiert. Ausländischer Experten jedoch behaupten, dass die Kosten weitaus höher sind.
In vielen Teilen Chinas herrscht Armut und Hunger, die Landbevölkerung versucht, vor der hohen Arbeitslosigkeit in die Städte zu fliehen. Einige asiatische Länder krtisierten die enormen Ausgaben, die nur Prestige-Zwecken dienten.
Auch der russische Präsident Wladimir Putin gratulierte dem Land zu seinem Erfolg. Chinas Zugehörigkeit zur «Familie der Weltraummächte» werde dem Frieden, der Sicherheit und Stabilität auf der Welt dienen, schrieb Putin in einem Glückwunschtelegramm. Russland hat daran nicht unerheblichen Anteil, wie auch die chiesischen Techniker einräumen.
China ist das dritte Land nach Russland und den USA mit einem eigenen bemannten Raumfahrtprogramm. (nz)

