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China startet ersten bemannten Flug ins All

15. Okt 2003 07:18, ergänzt 15:47
Eine Trägerrakete bringt die Raumkapsel ins All
China hat am Mittwoch seinen ersten Astronauten ins Weltall geschickt. Der genaue Starttermin der «Shenzou 5» war bis zuletzt geheim gehalten worden.

Bereits seit zehn Jahren bemüht sich China, dritte Raumfahrernation der Welt zu werden. Mit ihrem ersten bemannten Flug ins All am Mittwoch ist es der Volksrepublik nunmehr gelungen, zu den Weltraum-«Supermächten» Russland und USA aufzuschließen. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete beförderte eine Trägerrakete die Raumkapsel «Shenzou 5» «erfolgreich» in den Weltraum.

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An Bord der Kapsel befindet sich der 38-jährige Armeeoffizier Yang Liwei. Der Start von einem Weltraumbahnhof in der Wüste Gobi erfolgte um 3.10 Uhr MESZ, zehn Minuten später wurde die Kapsel in ihre Umlaufbahn entlassen, auf der sie bis zur Rückkehr zur Erde etwa 21 Stunden bleiben sollte. Die Kapsel soll gegen 24 Uhr MESZ in der inneren Mongolei landen.

Präsident Hu: «Lang erwarteter Traum»

China verbuchte den Start bereits als Triumph für die ganze Nation. Präsident Hu Jintao sprach vom «Ruhm unseres großen Vaterlandes.» Hu verfolgte den Abflug der Kapsel vom Startplatz Jiuquan in der Inneren Mongolei aus. Der Vizedirektor des chinesischen Weltraumprogramms, Hu Shixiang, äußerte ebenfalls euphorisch. «Heute ist ein lang erwarteter Traum in Erfüllung gegangen», sagte er.

Der erste so genannte Taikonaut, wie die chinesischen Behörden ihre Weltraumflieger in Anlehnung an das Wort für Weltraum (taikong) nennen, meldete laut Xinhua keine besonderen Vorkommnisse. «Ich fühle mich gut, wir sehen uns morgen», verkündete Yang Liwei der Agentur zufolge aus dem All an seine Nation. Der 38-jährige Kampfpilot sollte die Erde vor seiner für Donnerstagmorgen erwarteten Rückkehr insgesamt 14 Mal umkreisen.

Eine Frage des Prestiges

Die Trägerrakete vom Typ «Langer Marsch 2F», die die Kapsel «Shenzou 5» («Göttliches Schiff») ins All beförderte, konnte mindestens fünf Minuten am Himmel beobachtet werden, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP etwa 60 Kilometer vom Startplatz entfernt berichtete. Hunderte Schaulustige hatten sich auf den Weg in die Region mehr als 1000 Kilometer westlich von Peking gemacht, um von dort aus das Spektakel zu beobachten.

Das staatliche Fernsehen zeigt die Bilder vom Start mit 28 Minuten Verzögerung - aus Angst vor einer Katastrophe hatte man auf eine Live-Übertragung verzichtet.

Die kommunistische Führung hatte aus den genauen Umständen der Mission bis zum Start ein großes Geheimnis gemacht. So war unklar, wer aus den 14 zur Verfügung stehenden Taikonauten auserwählt werden würde. Die Wahl zwischen den zum Schluss noch drei Taikonauten war erst am Dienstag erfolgt.

Der Raketenstart ist für die Regierung in Peking eine Frage des Prestiges. Das Reich der Mitte ist nach Russland und USA das dritte Land, das einen Raumfahrer mit einem eigenen Weltraumprogramm ins All schickt.

US-Experten sehen China mit dem Start auch einen Schritt weiter bei der Nutzung seiner militärischer Technologie im Weltall. Die «Shenzou 5»-Kapsel basiert den Angaben zufolge auf Jahrzehnte alter russischer Technik, mehrere Systeme unter anderem zur Lebenserhaltung wurden allerdings erneuert. China verwies mehrfach darauf, dass der Erfolg des vor etwa einer Dekade ins Leben gerufenen bemannten Raumprogramms der einheimischen Forschung zu verdanken sei. (nz)

 
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