Die Trägerrakete vom Typ «Langer Marsch 2F», die die Kapsel «Shenzou 5» («Göttliches Schiff») ins All beförderte, konnte mindestens fünf Minuten am Himmel beobachtet werden, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP etwa 60 Kilometer vom Startplatz entfernt berichtete. Hunderte Schaulustige hatten sich auf den Weg in die Region mehr als 1000 Kilometer westlich von Peking gemacht, um von dort aus das Spektakel zu beobachten.Das staatliche Fernsehen zeigt die Bilder vom Start mit 28 Minuten Verzögerung - aus Angst vor einer Katastrophe hatte man auf eine Live-Übertragung verzichtet.
Die kommunistische Führung hatte aus den genauen Umständen der Mission bis zum Start ein großes Geheimnis gemacht. So war unklar, wer aus den 14 zur Verfügung stehenden Taikonauten auserwählt werden würde. Die Wahl zwischen den zum Schluss noch drei Taikonauten war erst am Dienstag erfolgt.
Der Raketenstart ist für die Regierung in Peking eine Frage des Prestiges. Das Reich der Mitte ist nach Russland und USA das dritte Land, das einen Raumfahrer mit einem eigenen Weltraumprogramm ins All schickt.
US-Experten sehen China mit dem Start auch einen Schritt weiter bei der Nutzung seiner militärischer Technologie im Weltall. Die «Shenzou 5»-Kapsel basiert den Angaben zufolge auf Jahrzehnte alter russischer Technik, mehrere Systeme unter anderem zur Lebenserhaltung wurden allerdings erneuert. China verwies mehrfach darauf, dass der Erfolg des vor etwa einer Dekade ins Leben gerufenen bemannten Raumprogramms der einheimischen Forschung zu verdanken sei. (nz)