netzeitung.deMaut-Kontrolle aus dem Weltraum

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Illustration: Galileo-Satelliten sollen Autos überwachen. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Illustration: Galileo-Satelliten sollen Autos überwachen.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ab 2010 sollen Autobahn-Gebühren in ganz Europa erhoben werden. Die Esa prüft, inwieweit Satelliten die Kontrolle der Fahrer übernehmen könnten.

Die European Space Agency Esa finanziert eine Studie, in der ein europaweites System zur Erhebung von Straßen-Gebühren geprüft werden soll. Die Satelliten-gestützte Maut soll fairer sein als andere Methoden.
Gebühren-Kiste
Die Esa hat das irische Unternehmen «Mapflow» mit der Durchführbarkeits-Studie beauftragt. Ende des Jahres 2004 soll die Methode im Gebiet von Lissabon getestet werden. Wie die Esa am gestrigen Dienstag mitteilte, arbeitet sie dazu mit dem portugiesischen Unternehmen «Skysoft» zusammen.

Im April dieses Jahres hatte die Europäische Kommission in Brüssel den Entwurf eines europaweit einheitlichen Gebührensystems präsentiert. Alle Fahrzeuge sollen demnach bis 2010 mit einer «Black Box» ausgestattet werden, die Informationen über den Zeitpunkt einer Reise, die zurückgelegte Entfernung und die Art der Straße an Satelliten sendet. Die Betreiber versprechen sich davon eine faire Abrechnung auf der Basis der wirklichen Nutzung, Einsparungen beim Aufbau der erdgestützten Überwachung und Verkehrs-Entlastungen.

Überwachung auf zwei Meter
In Deutschland wurde kürzlich ein Gebühren-System getestet, das die Satelliten des US-militärischen «Global Positioning System» (GPS) nutzt. Das europaweite Gebühren-System soll auf Galileo beruhen, dem europäischen GPS-Pendant. Bis zum Jahr 2008 sollen die technischen Voraussetzungen dazu geschaffen sein.

Dreißig Satelliten sollen die Erde auf drei Umlaufbahnen verteilt in etwa 24.000 Kilometern Höhe umkreisen. Das dadurch entstehende Netz soll die gesamte Erde abdecken und von Bodenstationen überwacht werden. Das zivile Sytem wird nach Angaben der Esa eine Positionsbestimmung mit einer Genauigkeit von zwei Metern gewährleisten.

Stau durch Maut
Unterdessen berichtet die Agentur ddp, dass die Lkw-Maut in Deutschland mehr Verkehr und Staus auf Landstraßen verursachen werde. Eine Studie Universität Karlsruhe im Auftrag des Bundesumweltministeriums habe ergeben, dass der Lastenverkehr außerhalb der Autobahnen um bis zu acht Prozent zunehmen werde. Das berichtete das Wirtschaftsmagazin «Focus-Money» am Mittwoch vorab.

«Es wird zu empfindlichen Staus auf einigen Nebenstrecken kommen», sagt Werner Rothengatter, Leiter der Studie und Berater des Verkehrsministers. Bundesstraßen, die entlang stark befahrener Autobahn-Abschnitte verlaufen, müssten «von vornherein mit in die Mautpflicht». (nz)