21. Jul 2003 10:27
Große Eruptionen auf der Sonnenoberfläche faszinieren Astronomen. Doch für die Hitze der Korona sind auch unscheinbare Ausbrüche verantwortlich.
Forscher von der US-amerikanischen University of California in Berkeley haben Daten des Rhessi-Satelliten ausgewertet. Wie die Forscher am heutigen Montag auf einer Astronomie-Konferenz in Australien berichten, sind die kleinen Eruptionen, so genannte «Microflares», durchaus häufig und haben starken Einfluss auf das Sonnenwetter.Die jetzt erfolgte Auswertung der Aufzeichnung von mehr als 10.000 Microflares zeigt, dass auch bei diesen Ereignissen die Korona der Sonne aufgeheizt wird. Bei den kleinen Eruptionen wird nur wenig Material in die Sonnenatmosphäre geschleudert. Aber da sie häufig sind, können die emittierten Elektronen, Protonen und schwerere Kerne die Korona ebenso stark aufheizen wie die wenigen großen Sonnenstürme.
«Unsere Beobachtungen beginnen zu zeigen, dass diese winzigen Eruptionen mehr Energie freisetzen als man bislang dachte», sagt Robert Lin. Mithilfe des Reuven Ramati High-Energy Solar Spectroscopic Imager-Satelliten konnten die Forscher um Lin Flares beobachten, die millionenmal kleiner waren als die selteneren großen Eruptionen. Der Satellit zeichnet die harte Röntgenstrahlung auf, die abgestrahlt wird – mit einer höheren Empfindlichkeit als alle bislang verwendeten Messinstrumente.Bei den Eruptionen werden Partikel mit hoher Geschwindigkeit ins All geschleudert. Die Sonnenstürme können bis zur Erde reichen, wo sie Satelliten schädigen, die Ozonschicht angreifen und den Funkverkehr stören. Die Beobachtungen des 2002 gestarteten Rhessi-Satelliten sollen dazu beitragen, diese Ereignisse besser vorhersagen zu können. Noch mindesten zwei Jahre soll der Satellit Röntgensignale von Flares aufzeichnen – vorausgesetzt, kein Sonnensturm zerstört die empfindlichen Messgeräte. (nz)