06. Jun 2003 15:23
Gleich drei irdische Besucher werden in gut sechs Monaten auf dem Mars landen: Die Nasa bringt am Sonntag den ersten ihrer beiden 'Mars Exploration Rover' ins All - eine Woche nach dem Start des europäischen 'Mars-Express'.
Damit ähnelt die Mission dem «Mars Express» der europäischen Raumfahrtbehörde Esa, der am vergangenen Montag ins All startete. Auch diese Sonde trägt einen Lander an Bord – Beagle 2, benannt nach dem Schiff, auf dem Charles Darwin die Welt umsegelte. Doch während der immobile Esa-Roboter die Marsgeologie nur von seinem Landeplatz aus erforschen kann, bewegen sich die Rover mit einer Geschwindigkeit von bis zu 40 Metern pro Tag über die Marsoberfläche.Nach der durch Fallschirm und Airbags abgesicherten Landung sollen die beiden Fahrzeuge an unterschiedlichen Orten die Geologie des Planeten erforschen. Während der erste Rover in einem riesigen Krater niedergehen wird, ist als Landungszone des zweiten eine große Ebene vorgesehen. Unmittelbar nach der Aktivierung der Fahrzeuge werden die Hochleistungskameras an Bord einen Panoramablick des Landegebiets zur Erde übermitteln. Im Missionszentrum wird dann entschieden, welche Richtung die Rover einschlagen sollen.
Mit ihren Bordinstrumenten können die sechsrädrigen Roboter Steine und Felsbrocken regelrecht ankratzen und das Gestein an Ort und Stelle wissenschaftlich untersuchen. Von der Analyse der Bodenproben erhoffen sich Astronomen Aufschluss über die geologische Vergangenheit des Planeten.«Die Instrumente der Rover, zusammen mit ihrer großen Mobilität, eröffnen einen völlig neuen Blick auf den Mars», so Ed Weiler, Nasa-Administrator für Weltraumforschung. «Zum ersten Mal können wir dort die mikroskopische Struktur von Gesteinen analysieren.» Auch zur Beantwortung der Frage, inwieweit Oberflächenwasser einst zur Verwitterung der Marsoberfläche beigetragen hat, könnten die Roboter beitragen.