Forscher: Viking-Sonde fand Leben auf dem Mars
30.05.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Die Suche nach organischem Material allerdings blieb erfolglos, und bei der Nasa entschied man sich deshalb, den roten Planeten zunächst als toten Planeten zu deklarieren. Levin allerdings hat seither alles zusammengetragen, was für Leben auf dem Mars sprechen könnte. 1997 ging er mit seinen Thesen an die Öffentlichkeit.
Heute, kurz vor dem Start zweier neuer Marsmissionen, glaubt er sie sogar beweisen zu können. Sein Hauptargument: Das Gerät der Viking, das nach organischem Material suchen sollte, war viel zu unempfindlich. Millionen von Mikroorganismen wären nötig gewesen, damit das Gerät ausgeschlagen hätte, sagte Levin jetzt der BBC. Der Gasdetektor sei dagegen hochsensitiv gewesen, gut genug, um die Spuren von vielleicht nur 50 Zellen zu erfassen. Schlussfolgerung: Man muss einfach dem empfindlicheren Instrument glauben.
Allerdings haben beide Weltraumbehörden abgelehnt. Sowohl die in Großbritannien gebaute «Beagle 2», der Landeapparat des «Mars Express», der am Montag starten soll, als auch die beiden amerikanischen «Mars-Rover» werden das Experiment nicht an Bord haben.
Während die Nasa-Landegeräte sich sowohl mit der Suche nach Zeichen von Leben, als auch mit Geologie und Chemie das Planeten befassen werden, sucht die «Beagle 2» primär nach Lebensspuren. Allerdings, kritisiert Levin, habe diese gar keine Ausrüstung an Bord, um Leben auf dem Mars direkt nachweisen zu können. Die Analysegeräte für organische Substanz und Isotope könnten lediglich wieder indirekte Hinweise erbringen.
Und wenn sich all diese Hypothesen als falsch erweisen sollten, könnte man Leben für den Mars ja einfach von der Erde mitbringen. Szenarien, die den Mars innerhalb weniger Jahrhunderte bewohnbar machen sollten, existieren bereits. Mit Hilfe eines durch riesige FCKW-Kraftwerke erzeugten Treibhauseffektes etwa könnte man das Wassereis dort zum Schmelzen bringen. Algen und Pflanzen könnten irgendwann Sauerstoff produzieren. In ferner Zukunft sollen dann auch Menschen ohne Atemmasken auf dem Mars leben können.
Am kommenden Montag wird jetzt erst einmal der Mars-Express vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur starten. Die Nasa-Lander folgen noch im Juni. Eine japanische Sonde ist derzeit ebenfalls unterwegs zum Roten Planeten.
Für das Web ediert von Richard Friebe

