netzeitung.deForscher: Viking-Sonde fand Leben auf dem Mars

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Die erste Viking-Sonde auf dem Mars, 1976. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die erste Viking-Sonde auf dem Mars, 1976.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Am Montag startet die erste europäische Mars-Mission. Ein früher bei der Nasa beschäftigter Mars-Experte ist der festen Überzeugung, dass seine Mission 1976 Leben auf dem Roten Planeten gefunden hat. Bilderschau: Mars Exploration Rover Mars Express

Gil Levin hat eine Mission, eine Mars-Mission. Seit Jahrzehnten ist der ehemalige Nasa-Wissenschaftler überzeugt, dass man nach Leben auf dem Mars eigentlich gar nicht mehr suchen muss - weil man es bereits gefunden hat.
«Unempfindliche Instrumente»
1976 landete erstmals ein von Menschen gebautes Raumschiff auf dem Nachbarplaneten. An Bord waren auch Instrumente, die nach Anzeichen von Leben suchen sollten. Der Landeapparat der ersten Viking-Sonde fand in der Tat solche Anzeichen, zum Beispiel Gase nahe der Oberfläche, die von Mikroorganismen hätten stammen können.

Die Suche nach organischem Material allerdings blieb erfolglos, und bei der Nasa entschied man sich deshalb, den roten Planeten zunächst als toten Planeten zu deklarieren. Levin allerdings hat seither alles zusammengetragen, was für Leben auf dem Mars sprechen könnte. 1997 ging er mit seinen Thesen an die Öffentlichkeit.

Heute, kurz vor dem Start zweier neuer Marsmissionen, glaubt er sie sogar beweisen zu können. Sein Hauptargument: Das Gerät der Viking, das nach organischem Material suchen sollte, war viel zu unempfindlich. Millionen von Mikroorganismen wären nötig gewesen, damit das Gerät ausgeschlagen hätte, sagte Levin jetzt der BBC. Der Gasdetektor sei dagegen hochsensitiv gewesen, gut genug, um die Spuren von vielleicht nur 50 Zellen zu erfassen. Schlussfolgerung: Man muss einfach dem empfindlicheren Instrument glauben.

«Streit zweifelsfrei beenden»
Zu gerne würde Levin auch den Beweis führen. Mit seinem Unternehmen «Biospherix», dem er inzwischen vorsteht, hat er sich bei Nasa und Esa um eine Teilnahme an einer der beiden kurz vor dem Start stehenden Missionen beworben. Ein von ihm konzipiertes Experiment hätte, so Levin zur BBC, «den Streit zweifelsfrei beenden» können.

Allerdings haben beide Weltraumbehörden abgelehnt. Sowohl die in Großbritannien gebaute «Beagle 2», der Landeapparat des «Mars Express», der am Montag starten soll, als auch die beiden amerikanischen «Mars-Rover» werden das Experiment nicht an Bord haben.

Während die Nasa-Landegeräte sich sowohl mit der Suche nach Zeichen von Leben, als auch mit Geologie und Chemie das Planeten befassen werden, sucht die «Beagle 2» primär nach Lebensspuren. Allerdings, kritisiert Levin, habe diese gar keine Ausrüstung an Bord, um Leben auf dem Mars direkt nachweisen zu können. Die Analysegeräte für organische Substanz und Isotope könnten lediglich wieder indirekte Hinweise erbringen.

Den Mars besiedeln
Angebliche Anzeichen für Leben auf dem Mars werden seit der Viking-Mission immer wieder öffentlichkeitswirksam publiziert. Forscher halten es für durchaus möglich, dass es auf dem Mars vor Millionen von Jahren, als es auf dem Planeten möglicherweise sogar flüssiges Wasser gab, dort zumindest Mikroorganismen existiert haben könnten.

Und wenn sich all diese Hypothesen als falsch erweisen sollten, könnte man Leben für den Mars ja einfach von der Erde mitbringen. Szenarien, die den Mars innerhalb weniger Jahrhunderte bewohnbar machen sollten, existieren bereits. Mit Hilfe eines durch riesige FCKW-Kraftwerke erzeugten Treibhauseffektes etwa könnte man das Wassereis dort zum Schmelzen bringen. Algen und Pflanzen könnten irgendwann Sauerstoff produzieren. In ferner Zukunft sollen dann auch Menschen ohne Atemmasken auf dem Mars leben können.

Am kommenden Montag wird jetzt erst einmal der Mars-Express vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur starten. Die Nasa-Lander folgen noch im Juni. Eine japanische Sonde ist derzeit ebenfalls unterwegs zum Roten Planeten.


Für das Web ediert von Richard Friebe