09. Mai 2003 08:24
Ein Crash im Asteroidengürtel bescherte der Erde vor rund einer halben Milliarde Jahren einen wahren Meteoritenhagel.
In den vergangenen Jahren hatten Arbeiter in einer südschwedischen Kalksteingrube zahlreiche fossile Meteoriten gefunden. Sämtliche der bis zu 20 Zentimeter großen Gesteinsbrocken gehören zur Gruppe der so genannten L-Chondriten und waren in 480 Millionen alte Meeressedimente eingebettet. Offenbar war die Erde zu jener Zeit in einen ungewöhnlich starken Meteoritenstrom geraten.Birger Schmitz, Therese Häggström und Mario Tassinari von der Universität in Göteborg suchten nun an weiteren Orten in Südschweden nach Spuren dieses Meteoritenregens. Dazu «sezierten» die Forscher bis zu 45 Kilogramm schwere Kalksteinbrocken und fahndeten nach Bruchteilen von Millimeter großen Körnchen, die aus dem Eisen-Chrom-Mineral Chromit bestehen. Anhand des Gehalts an Eisen, Titan, und Magnesium konnten sie unterscheiden, ob die Körnchen aus irdischen Quellen oder aus dem Asteroidengürtel stammten.
Pro Kilogramm Kalkstein fanden Schmitz und sein Team bis zu drei extraterrestrische Körnchen, deren Zusammensetzung nahezu identisch mit jener der fossilen Meteoriten war. An allen Fundorten, verstreut über ein Gebiet von 250.000 Quadratkilometern, zeigte sich ein ähnliches Muster: In einer bestimmten Kalksteinschicht stieg die Häufigkeit der meteoritischen Chromit-Körnchen plötzlich an und nahm dann allmählich wieder ab.Die Forscher schließen daraus, dass die Stärke des Meteoritenhagels auf der Erde vor 480 Millionen Jahren plötzlich auf mehr als das Hundertfache anstieg. Für ein bis zwei Millionen Jahren dürfte sie auf diesem hohen Niveau geblieben sein. Vermutlich wurde zu jener Zeit ein riesiger Asteroid zerstört, dessen Trümmer eine ganze Familie neuer Asteroiden bildeten. Mitglieder dieser Familie könnten noch heute als L-Chondriten auf die Erde stürzen, so die Forscher. (nz/jkm)