netzeitung.deLandeplätze für Mars-Rover festgelegt

 Herausgeber: netzeitung.de

Rover verlässt Landemodul Grafik: NASA/MER (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Rover verlässt Landemodul Grafik: NASA/MER
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Mit zwei Mars-Rovern will die Nasa Anfang nächsten Jahres den Roten Planeten erkunden. Jetzt wurden die Landeplätze für die Fahrzeuge bestimmt. Bilderschau: Mars Exploration Rover

Die amerikanische Weltraumbehörde Nasa hat die Landegebiete für ihre beiden im kommenden Jahr startenden «Mars Exploration Rover» (MER) festgelegt. Wie die Raumfahrtbehörde am Wochenende mitteilte, soll eines der Fahrzeuge in einem riesigen Krater, das andere in einem Gebiet mit reichen Eisenoxid-Vorkommen landen. Beide Gebiete weisen Charakteristika auf, die für die Existenz flüssigen Wassers in der Vergangenheit des Roten Planeten sprechen.
Landung mit Airbag
Die Nasa will ihre beiden Rover unabhängig voneinander im Mai und Juni dieses Jahres auf die Reise schicken. Nach ihrem Eintreffen am Roten Planeten im Januar 2004 werden die Fahrzeuge an Fallschirmen zur Oberfläche des Planeten hinabschweben, wobei «Airbags» für sanfte Landung sorgen sollen. Danach bleiben ihnen voraussichtlich 90 Marstage (92 Erdentage) für die Suche nach Spuren einstiger Wasservorkommen. Nach Ablauf dieser Frist dürfte der feine Marsstaub die Solarzellen der Rover so weit zugedeckt haben, dass die Stromversorgung zusammenbricht.

In den vergangenen Monaten hatte die Nasa Vorschläge von Wissenschaftlern eingeholt und Aufnahmen der Marsoberfläche analysiert, um die günstigsten Stellen für die Wassersuche zu finden. «Bei der Auswahl mussten wir den wissenschaftlichen Wert der Landeplätze mit den Sicherheitsüberlegungen unserer Ingenieure in Einklang bringen», so Ed Weiler, verantwortlicher Nasa-Administrator für Weltraumwissenschaft. Mit dem Krater Gusev und dem für seine Hämatit-Vorkommen bekannten Gebiet «Meridiani Planum» konnten schließlich zwei passende Regionen identifiziert werden.

Ausgetrocknetes Flussbett
Beide Gebiete liegen in der südlichen Hemisphäre des Planeten. Der rund 200 Kilometer weite Krater Gusev scheint einst einen See beherbergt zu haben. Auf Satellitenaufnahmen lässt sich eine geologische Struktur erkennen, die in den Krater einmündet und von Wissenschaftlern als ausgetrocknetes Flussbett interpretiert wird. Ebenfalls anhand von Satellitendaten konnten Forscher im Meridiani Planum riesige Lager von grauem Hämatit nachweisen. Dieses Eisenoxid entsteht gewöhnlich in Gegenwart von flüssigem Wasser.

«Dies sind fabelhafte Gebiete und sie ergänzen einander, weil sie so unterschiedlich sind», so Steve Squyres von der Cornell University in Ithaca (New York), einer der am Projekt beteiligten Wissenschaftler. Und seine Nasa-Kollegin Cathy Weitz ergänzt: «Mit beiden Gebieten verbinden sich spezielle wissenschaftliche Theorien, die mit den Instrumenten an Bord der Rover überprüft werden können. Nach der Landung beginnt für die Wissenschaftler, die die Daten auswerten, eine sehr arbeitsreiche, aber auch sehr aufregende Zeit.» (nz/jkm)