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Sonnenhaare mit dunklem Kern

14. Nov 2002 11:35
Wie Haare umgeben die Filamente der 'Penumbra' das Zentrum des Sonnenflecks.
Schweden auf La Palma: Mit einem neuen Teleskop auf der spanischen Sonneninsel haben schwedische Wissenschaftler riesige Sonnenflecken untersucht.

Bilderschau:
Detailreiche Aufnahmen von Sonnenflecken haben Astronomen des schwedischen Instituts für Solarphysik vorgestellt. Im Wissenschaftsmagazin «Nature» präsentieren die Forscher um Dan Kiselman eine Auswahl von Bildern, die im Juli dieses Jahres mit einem neuen 1-Meter-Teleskop auf der Kanareninsel La Palma aufgenommen wurden. Sie zeigen die innere Struktur der Flecken in bislang unerreichter Auflösung.

Kühle Flecken auf der Sonne

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  • Merkwürdige Doppel-Eruption auf der Sonne 12. Nov 2002 10:15
  • Sonnenaktivität erreicht neues Maximum 22. Jan 2002 08:49
  • Blick in den Sonnenfleck 07. Nov 2001 11:21, ergänzt 11:43
  • Sonnenflecken markieren kühlere Zonen auf der Sonnenoberfläche, sie treten vor allem in Zeiten hoher Sonnenaktivität auf. Die Flecken, die im Extremfall die Größe von Planeten erreichen, stehen in Zusammenhang mit den komplexen Magnetfeldern an der Sonnenoberfläche. Erdgestützte Teleskope und Sonnenobservatorien im All sammeln seit langem Daten zur Struktur und Entstehung der Sonnenflecken.

    Mit dem neuen Teleskop auf La Palma, das unter der Schirmherrschaft der Schwedischen Akademie der Wissenschaften steht, wurde in diesem Frühjahr eines der leistungsstärksten erdgestützten Sonnenteleskope in Betrieb genommen. Seine so genannte Adaptive Optik filtert atmosphärische Störungen heraus und liefert Bilder von so hoher Auflösung, wie sie sonst nur von Teleskopen im Weltraum erreicht wird. Erste Ergebnisse ihrer Beobachtungen haben die schwedischen Sonnenforscher jetzt präsentiert.

    Heller Saum um dunklen Fleck

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  • Eruptionen aus der Tiefe der Sonne 03. Sep 2002 11:13, ergänzt 11:20
  • Plasmaströme am Rand der Sonne 17. Mai 2002 07:15
  • Solares Gas auf Abwegen 21. Nov 2001 12:34
  • Auf den Bildern erkennt man den Aufbau eines Flecken, der im Juli auf der Sonnenoberfläche erschien. Mit etwa 10.000 Kilometern Durchmesser war es der größte der zu dieser Zeit beobachtbaren Flecken. Deutlich erkennbar ist das dunkle Zentrum, die so genannte Umbra, sowie ein hellerer Saum, der als Penumbra bezeichnet wird.

    Die Penumbra besteht aus Filamenten, die sich wie Haare um das Zentrum legen. Einzelne «Haare» können bis zu 1000 Kilometer lang werden, ihre Breite beträgt knapp 200 Kilometer. Erstmals konnte durch die Aufnahmen belegt werden, dass zahlreiche dieser Filamente dunkle Kerne haben, über deren Natur die Wissenschaftler derzeit nur rätseln können. Möglicherweise gehen sie auf magnetische Flussröhren zurück, die an der Sonnenoberfläche aufgeheizt werden.

    Neue Phase der Sonnenbeobachtung

    Mehr im Internet:
    Weitere Beobachtungen sollen helfen, die Struktur der Filamente besser zu verstehen. Doch schon jetzt zeigen sich Kiselman und seine Kollegen überzeugt, dass ihre Untersuchungen eine neue Phase der Sonnenbeobachtung eingeleitet haben. Mit Teleskopen wie dem auf La Palma, so die Wissenschaftler in «Nature», sei künftig eine Auflösung erreichbar, die die fundamentalen physikalischen Prozesse auf der Sonne beobachtbar mache.
     
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