14. Nov 2002 11:35
Schweden auf La Palma: Mit einem neuen Teleskop auf der spanischen Sonneninsel haben schwedische Wissenschaftler riesige Sonnenflecken untersucht.
Sonnenflecken markieren kühlere Zonen auf der Sonnenoberfläche, sie treten vor allem in Zeiten hoher Sonnenaktivität auf. Die Flecken, die im Extremfall die Größe von Planeten erreichen, stehen in Zusammenhang mit den komplexen Magnetfeldern an der Sonnenoberfläche. Erdgestützte Teleskope und Sonnenobservatorien im All sammeln seit langem Daten zur Struktur und Entstehung der Sonnenflecken.Mit dem neuen Teleskop auf La Palma, das unter der Schirmherrschaft der Schwedischen Akademie der Wissenschaften steht, wurde in diesem Frühjahr eines der leistungsstärksten erdgestützten Sonnenteleskope in Betrieb genommen. Seine so genannte Adaptive Optik filtert atmosphärische Störungen heraus und liefert Bilder von so hoher Auflösung, wie sie sonst nur von Teleskopen im Weltraum erreicht wird. Erste Ergebnisse ihrer Beobachtungen haben die schwedischen Sonnenforscher jetzt präsentiert.
Auf den Bildern erkennt man den Aufbau eines Flecken, der im Juli auf der Sonnenoberfläche erschien. Mit etwa 10.000 Kilometern Durchmesser war es der größte der zu dieser Zeit beobachtbaren Flecken. Deutlich erkennbar ist das dunkle Zentrum, die so genannte Umbra, sowie ein hellerer Saum, der als Penumbra bezeichnet wird.Die Penumbra besteht aus Filamenten, die sich wie Haare um das Zentrum legen. Einzelne «Haare» können bis zu 1000 Kilometer lang werden, ihre Breite beträgt knapp 200 Kilometer. Erstmals konnte durch die Aufnahmen belegt werden, dass zahlreiche dieser Filamente dunkle Kerne haben, über deren Natur die Wissenschaftler derzeit nur rätseln können. Möglicherweise gehen sie auf magnetische Flussröhren zurück, die an der Sonnenoberfläche aufgeheizt werden.