«Stardust» sammelt kosmischen Staub
08.08.2002
Herausgeber: netzeitung.de
Die Sonde streckt dazu einen Kollektor ins All, der entfernt an einen Tennisschläger erinnert. Er ist so ausgerichtet, dass er mit einer Seite in den «Wind» aus mikroskopisch kleinen Staubteilchen weist, der unser Sonnensystem durchströmt. Die andere Seite bleibt dagegen im Windschatten. Erst wenn Stardust im Frühjahr 2004 auf Komet 81P/Wild 2 trifft und durch dessen Hülle aus Gas und Staub fliegt, soll auch diese Seite des Kollektors Proben sammeln.
Brownlee und seine Kollegen können so mit einer Sonde zwei unterschiedliche Arten Staub gewinnen. Der interstellare Staub aus Regionen jenseits unseres Sonnensystems gilt als vergleichsweise jung, während die im eisigen Kern des Kometen konservierten Partikel auf bis zu 4,5 Milliarden Jahre geschätzt werden.
Der im Jahr 1978 entdeckte Komet Wild 2 eignet sich für solche Untersuchungen besonders gut. Bahnberechnungen haben gezeigt, dass er nach einer nahen Begegnung mit Jupiter im Jahr 1974 seine Umlaufbahn änderte. Bis dahin war er höchstens 780 Millionen Kilometer an die Sonne herangekommen, so dass nur relativ wenig Material aus dem Kometenkern verdampfte.
Seit der Begegnung mit Jupiter nähert sich Wild 2 auf seiner Umlaufbahn unserem Zentralgestirn zwar bis auf etwa 230 Millionen Kilometer. Da der Komet seitdem aber erst wenige Sonnenpassagen absolviert hat, sollte er noch große Mengen jenes «Ur-Materials» enthalten, aus dem auch unser Sonnensystem entstanden ist. (nz/jkm)

