22. Jan 2002 08:49
Überraschend aktiv zeigt sich unser Zentralgestirn derzeit. Sonnenflecken und Materieauswürfe deuten auf einen neuen Höhepunkt im Sonnenzyklus.
«Der aktuelle Sonnenzyklus zeigt einen zweiten Gipfel», erklärt Sonnenforscher David Hathaway vom Marshall Space Flight Center der Nasa. Alle elf Jahre erreicht die Aktivität unserer Sonne - Sonnenflecken, koronale Massenauswürfe und Radioausbrüche - einen Höhepunkt. Das letzte «solare Maximum» war Mitte 2000, seitdem nahm die Sonnenaktivität langsam ab.«Das Maximum trat damals einige Monate früher ein, als von uns vorhergesagt», erläutert Hathaway. Auch der rasche Abfall der Aktivität erschien den Sonnenforschern verfrüht. Nun zeigt sich, dass ihre Skepsis berechtigt war. Die Zahl der Sonnenflecken erreicht derzeit ein neues Maximum, die Aktivität im Radiobereich ist sogar deutlich stärker als Mitte 2000.
Die Aktivität der Sonne wird von ihrem Magnetfeld gesteuert, dass sich etwa alle elf Jahre umpolt. Die Vorgänge sind allerdings nicht genau regelmäßig, sondern teilweise chaotisch und deshalb für die Forscher nur schwer vorhersehbar. Auch das letzte Maximum der Sonnenaktivität in den Jahren 1989 bis 1991 wies bereits zwei getrennte Höhepunkte auf.Im vergangenen Jahr hatten Wissenschaftler entdeckt, dass Gasströme in einem bestimmten Bereich des Sonneninneren ihre Geschwindigkeit alle 16 Monate ändern. Diese Variationen, so spekuliert Hathaway, könnten möglicherweise für das Auftreten der doppelten Maxima verantwortlich sein. (nz/wsa)