09.10.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Ein Nasa-Mitarbeiter beobachtet die Mondoberfläche
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Spannung überall, Public-viewing wie bei der WM. Und dann das: Von der Erde aus war nichts zu sehen. Auch die versprochenen Sensationsbilder der Nasa blieben aus. Lange Gesichter überall.
Alles war bereit. Die Nasa hatte mächtig die Werbetrommel gerührt. Auf einer Webseite konnte man sich informieren, wo die «LCross Impact Night» (LCross-Einschlag-Nacht) getaufte Ereignis überall zu verfolgen war. Public-viewing wie zur Fußball-WM. Aber damit nicht genug: Übertragen wurde auch auf Nasa-TV. Echte Fans konnten sich noch das dazugehörige Partyset bestellen, das «LCross Impact Party Toolkit».
Die zwei Tonnen schwere Raketenstufe schlug am Freitag wie geplant pünktlich um 13.31 MESZ mit einer Geschwindigkeit von 9000 Stundenkilometern in einem Mondkrater ein. Vier Minuten später raste die mit Kameras und Messinstrumenten ausgestattete Raumsonde LCross (Lunar Crater Observation and Sensing Satellite), die die mit Spannung erwarteten Bilder übermitteln sollte.
Einschlag bestätigt, das war'sVon der angekündigten bis zu zehn Kilometer hohen Staubwolke, die auch von der Erde aus noch zu sehen sein sollte, war aber nichts zu erblicken. Von dem gezielten Absturz der beiden Objekte erhoffen sich die Wissenschaftler einen Beweis für Wasser auf dem Mond. Die Instrumente bestätigten zwar den Einschlag im Krater «Cabeus A» am Südpol des Erdtrabanten, allein die riesige Wolke fehlte. Auch in der Live-Übertragung der Nasa im Internet war nichts zu sehen.
Von der Erde aus wollten vor allem in der westlichen Hälfte der USA zahllose Schaulustige das Schauspiel mit Teleskopen beobachten. An verschiedenen Orten waren Moon-Partys organisiert worden. Die Euphorie auf den Veranstaltungen hielt sich dann auch deutlich in Grenzen. Das war das Ende von drei Jahren Vorbereitung und einer viermonatigen Reise durch den Weltraum, zum Preis von 79 Millionen Dollar. (AP/nz)