Vor 40 Jahren startete «Apollo 11»:
Der große Flug vor dem «kleinen Schritt»
16.07.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Der knapp 400.000 Kilometer lange Flug zum Mond verlief reibungslos; er war nach zwei Probeflügen von «Apollo 8» im Dezember 1968 und «Apollo 10» fünf Monate später schon fast Routine. So waren mit «Apollo 10» bis auf die Landung bereits alle notwendigen Manöver geprobt worden. Auch das erste schwierige Manöver vier Stunden nach dem Start, das Ankoppeln der zwischen der dritten Raketenstufe und dem Versorgungsteil der «Apollo»-Kapsel untergebrachten Landefähre an die Kopfseite der Kapsel, ging ohne Probleme über die Bühne. In dieser Formation erreichte «Apollo 11» am 19. Juli den Mond.
Schätzungsweise eine halbe Milliarde Menschen in aller Welt wurden vor 40 Jahren an den Fernsehschirmen Zeugen dieses größten technischen Abenteuers des 20. Jahrhunderts. Die Mondlandung war glanzvoller Höhepunkt einer nahezu zehnjährigen Kraftanstrengung der Amerikaner, an der rund 400.000 Menschen beteiligt waren. Die Gesamtkosten des Apollo-Projekts beliefen sich auf 25 Milliarden Dollar, das wären heute gut 150 Milliarden Dollar.
Maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte der deutsch-amerikanische Raketentechniker Wernher von Braun, der bei der Raumfahrtbehörde Nasa für die Entwicklung der Saturn-V-Rakete verantwortlich war. Die knapp 111 Meter Hohe dreistufige Rakete, die über 155 Millionen PS verfügte, musste so viel Schub aufbringen, um das Raumschiff mit der Landefähre auf eine Geschwindigkeit von 40.000 Kilometer pro Stunde zu beschleunigen und es in Richtung Mond zu katapultieren. Von Braun bezeichnete die Mondlandung als «Triumph des menschlichen Geistes». (nz/Wolfgang Künzel, AP)
31. Januar: Mit «Explorer 1» schießen die Amerikaner ihren ersten Satelliten ins All.
1961
25. Mai: Präsident John F. Kennedy verkündet in einer Rede vor dem Kongress das Apollo-Projekt. Er gibt das Ziel vor, bis zum Ende des Jahrzehnts einen Amerikaner auf den Mond zu schicken und heil zur Erde zurückzubringen.
1962
20. Februar: In einer «Mercury»-Kapsel umkreist John Glenn als erster Amerikaner die Erde, fast ein Jahr nach dem sowjetischen Kosmonauten Juri Gagarin.
1964
August: Eine «Ranger»-Sonde schlägt auf dem Mond auf und funkt kurz vor dem Aufprall Fotos vom Erdtrabanten zur Erde. Zwei weitere Sonden folgen in den nächsten sieben Monaten.
1965
3. bis 7. Juni: Beim Flug von «Gemini 4» hält sich Edward White als erster Amerikaner außerhalb seiner Raumkapsel auf.
1966
16. März: Beim Flug von «Gemini 8» gelingt den Amerikanern das erste Rendezvous- und Kopplungsmanöver im All. Die Astronauten Neil Armstrong und David Scott koppeln ihr Raumschiff an eine unabhängig gestartete «Agena»-Rakete.
Juni: Eine «Surveyor»-Sonde landet weich auf dem Mond und übermitteln Aufnahmen und Bodenanalysen zur Erde. Vier weitere Sonden folgen.
1967
27. Januar: Die Astronauten Edward White, Roger Chaffee und Virgil Grissom verbrennen bei einem Test auf der Startrampe in einer «Apollo»-Kapsel.
1968
11. bis 22. Oktober: Erster bemannter Weltraumflug der USA nach der Brandkatastrophe. Das Raumschiff «Apollo 7» umkreist mit den Astronauten Walter Cunningham, Walter Schirra und Don Eisele elf Tage die Erde.
21. bis 27. Dezember: Mit dem Raumschiff «Apollo 8» umrunden Frank Borman, James Lovell und William Anders als erste Menschen den Mond.
1969
18. bis 26. Mai: Generalprobe für die Mondlandung. Die Astronauten Thomas Stafford, John Young und Eugene Cernan erproben während des Fluges von «Apollo 10» die Landefähre in einer Mondumlaufbahn.
16. Juli: Start von «Apollo 11» mit den Astronauten Neil Armstrong, Edwin Aldrin und Michael Collins. - 20. Juli: Die Landefähre «Eagle» mit Armstrong und Aldrin setzt auf dem Mond auf.
21. Juli, 03.56 Uhr und 20 Sekunden MEZ: Armstrong betritt als erster Mensch den Mond.
24. Juli: Die «Apollo-11»-Besatzung kehrt wohlbehalten zur Erde zurück. (AP)

