Vor 40 Jahren startete «Apollo 11»: 

netzeitung.deDer große Flug vor dem «kleinen Schritt»

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'Ein Riesensprung für die Menschheit': Die Mondlandung (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe 'Ein Riesensprung für die Menschheit': Die Mondlandung
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Das Unternehmen Mondlandung gipfelte in dem berühmten Schritt von Neil Armstrong, begeistert beobachtet von Millionen TV-Zuschauern. Vor genau 40 Jahren hob das Raumschiff «Apollo 11» von der Erde ab.

«Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein Riesensprung für die Menschheit.» Mit diesen Worten setzte vor 40 Jahren der Amerikaner Neil Armstrong als erster Mensch seinen Fuß auf den Mond. Doch vor diesem «kleinen Schritt» musste das Raumschiff «Apollo 11» erst einmal den Mond erreichen, was eine gewaltige technische Herausforderung darstellte.

Das Unternehmen Mondlandung begann am 16. Juli 1969. Pünktlich um 09.32 Uhr Ortszeit (14.32 Uhr MEZ) hob die Saturn-V-Rakete in einem riesigen Feuerschweif vom Startgelände Cape Kennedy in Florida ab. An Bord der Raumkapsel befand sich neben Armstrong die Astronauten Edwin Aldrin und Michael Collins. Letzterer war der Pilot des Mutterschiffes und musste in einer Mondumlaufbahn zurückbleiben, während seine beiden Gefährten auf dem Erdtrabanten Geschichte schrieben.

Der knapp 400.000 Kilometer lange Flug zum Mond verlief reibungslos; er war nach zwei Probeflügen von «Apollo 8» im Dezember 1968 und «Apollo 10» fünf Monate später schon fast Routine. So waren mit «Apollo 10» bis auf die Landung bereits alle notwendigen Manöver geprobt worden. Auch das erste schwierige Manöver vier Stunden nach dem Start, das Ankoppeln der zwischen der dritten Raketenstufe und dem Versorgungsteil der «Apollo»-Kapsel untergebrachten Landefähre an die Kopfseite der Kapsel, ging ohne Probleme über die Bühne. In dieser Formation erreichte «Apollo 11» am 19. Juli den Mond.

Dramatik vor der Landung
Tags darauf trennte sich die Landefähre mit Armstrong und Aldrin vom Mutterschiff und begann den Abstieg zum Erdtrabanten. Die letzten Sekunden vor dem Aufsetzen der Fähre im Mare Tranquillitatis (Meer der Ruhe), einer Tiefebene am Mondäquator, gestaltete sich dramatisch. Um Felsbrocken im Landegebiet auszuweichen, schalteten die Astronauten Augenblicke vor der Landung auf Handsteuerung um. Als die Fähre am 20. Juli um 21.17 Uhr MEZ aufsetzte, hatte sie nur noch Treibstoff für knapp 20 Sekunden.

Drei Stunden früher als geplant öffnete sich dann die Luke der Landefähre und die Astronauten traten am 21. Juli 1969 um 03.56 Uhr im unförmigen Schutzanzug und dem Versorgungstornister auf dem Rücken in den glühend heißen Mondmorgen hinaus. Über zwei Stunden hielten sich der 38-jährige Armstrong und der ein Jahr ältere Aldrin außerhalb der Fähre auf. Sie bauten wissenschaftliche Geräte auf, sammelten Gesteinsproben und führten ein Telefongespräch mit US-Präsident Richard Nixon. Armstrong und Aldrin enthüllten eine Gedenkplakette mit der Inschrift: «Hier haben Menschen vom Planeten Erde im Juli 1969 erstmals den Fuß auf den Mond gesetzt. Wir kamen in Frieden für die Menschheit.» Auch eine amerikanische Flagge stellten sie auf.

21 Stunden und 36 Minuten auf dem Mond
Spannung kam noch einmal beim Start der Fähre vom Mond auf. Doch auch der funktionierte problemlos. 21 Stunden und 36 Minuten nach der Landung zündete das Triebwerk des Oberteils der Fähre, das Landeteil diente als Startrampe. Dreieinhalb Stunden später koppelte die Fähre wieder an das Mutterschiff an, in dem Collins in 110 Kilometer Höhe den Mond umrundet hatte. Am 24. Juli kehrten die Raumfahrer wohlbehalten von ihrer historischen Mission zurück.

Schätzungsweise eine halbe Milliarde Menschen in aller Welt wurden vor 40 Jahren an den Fernsehschirmen Zeugen dieses größten technischen Abenteuers des 20. Jahrhunderts. Die Mondlandung war glanzvoller Höhepunkt einer nahezu zehnjährigen Kraftanstrengung der Amerikaner, an der rund 400.000 Menschen beteiligt waren. Die Gesamtkosten des Apollo-Projekts beliefen sich auf 25 Milliarden Dollar, das wären heute gut 150 Milliarden Dollar.

«Triumph des menschlichen Geistes»
Die Eroberung des Mondes war auch Teil des Kalten Krieges zwischen den USA und der Sowjetunion, die seit Ende der 50er Jahre im Weltraum die Nase vorn hatte. Sie hatte 1957 mit «Sputnik» den ersten Satelliten und dreieinhalb Jahre später mit Juri Gagarin den ersten Menschen ins All geschickt. Am 25. Mai 1961, sechs Wochen nach Gagarins Raumflug, gab US-Präsident John F. Kennedy das ehrgeizige Ziel vor, bis zum Ende des Jahrzehnts einen Amerikaner auf den Mond zu schicken und ihn wieder heil zur Erde zurückzubringen. «Auftrag erledigt», kommentierte 1969 der damalige Nasa-Direktor James Webb in knapper Form die erfolgreiche Mondlandung.

Maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte der deutsch-amerikanische Raketentechniker Wernher von Braun, der bei der Raumfahrtbehörde Nasa für die Entwicklung der Saturn-V-Rakete verantwortlich war. Die knapp 111 Meter Hohe dreistufige Rakete, die über 155 Millionen PS verfügte, musste so viel Schub aufbringen, um das Raumschiff mit der Landefähre auf eine Geschwindigkeit von 40.000 Kilometer pro Stunde zu beschleunigen und es in Richtung Mond zu katapultieren. Von Braun bezeichnete die Mondlandung als «Triumph des menschlichen Geistes». (nz/Wolfgang Künzel, AP)

Stationen auf dem Weg zum Mond
1958
– 31. Januar: Mit «Explorer 1» schießen die Amerikaner ihren ersten Satelliten ins All.

1961
– 25. Mai: Präsident John F. Kennedy verkündet in einer Rede vor dem Kongress das Apollo-Projekt. Er gibt das Ziel vor, bis zum Ende des Jahrzehnts einen Amerikaner auf den Mond zu schicken und heil zur Erde zurückzubringen.

1962
– 20. Februar: In einer «Mercury»-Kapsel umkreist John Glenn als erster Amerikaner die Erde, fast ein Jahr nach dem sowjetischen Kosmonauten Juri Gagarin.

1964
– August: Eine «Ranger»-Sonde schlägt auf dem Mond auf und funkt kurz vor dem Aufprall Fotos vom Erdtrabanten zur Erde. Zwei weitere Sonden folgen in den nächsten sieben Monaten.

1965
– 3. bis 7. Juni: Beim Flug von «Gemini 4» hält sich Edward White als erster Amerikaner außerhalb seiner Raumkapsel auf.

1966
– 16. März: Beim Flug von «Gemini 8» gelingt den Amerikanern das erste Rendezvous- und Kopplungsmanöver im All. Die Astronauten Neil Armstrong und David Scott koppeln ihr Raumschiff an eine unabhängig gestartete «Agena»-Rakete.

– Juni: Eine «Surveyor»-Sonde landet weich auf dem Mond und übermitteln Aufnahmen und Bodenanalysen zur Erde. Vier weitere Sonden folgen.

1967
– 27. Januar: Die Astronauten Edward White, Roger Chaffee und Virgil Grissom verbrennen bei einem Test auf der Startrampe in einer «Apollo»-Kapsel.

1968
– 11. bis 22. Oktober: Erster bemannter Weltraumflug der USA nach der Brandkatastrophe. Das Raumschiff «Apollo 7» umkreist mit den Astronauten Walter Cunningham, Walter Schirra und Don Eisele elf Tage die Erde.

– 21. bis 27. Dezember: Mit dem Raumschiff «Apollo 8» umrunden Frank Borman, James Lovell und William Anders als erste Menschen den Mond.

1969
– 18. bis 26. Mai: Generalprobe für die Mondlandung. Die Astronauten Thomas Stafford, John Young und Eugene Cernan erproben während des Fluges von «Apollo 10» die Landefähre in einer Mondumlaufbahn.

– 16. Juli: Start von «Apollo 11» mit den Astronauten Neil Armstrong, Edwin Aldrin und Michael Collins. - 20. Juli: Die Landefähre «Eagle» mit Armstrong und Aldrin setzt auf dem Mond auf.

– 21. Juli, 03.56 Uhr und 20 Sekunden MEZ: Armstrong betritt als erster Mensch den Mond.

– 24. Juli: Die «Apollo-11»-Besatzung kehrt wohlbehalten zur Erde zurück. (AP)