17.06.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Neues Leck: Start verschoben
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die «Endeavour» kommt einfach nicht vom Boden. Wieder einmal ist eine defekte Treibstoffleitung der Grund. Auch die erste US-amerikanische Mondmission seit zehn Jahren verschiebt sich durch die Panne.
Wegen eines Lecks in einer Wasserstoffleitung hat die Nasa am Mittwoch den Start der Raumfähre «Endeavour» auf Juli verschoben. Es war bereits die zweite derartige Panne innerhalb einer Woche.
Die «Endeavour» soll das letzte noch zu installierende Modul für das japanische Weltraumlabor und rund 270 Kilogramm an Nahrungsmitteln und Ersatzteile zur Internationalen Raumstation (ISS) bringen. Der Wasserstoff trat am Mittwoch an der gleichen Stelle aus wie schon am Samstag, als ebenfalls der Countdown abgebrochen wurde.
Ahnliches Leck an der «Discovery» - Ursache unklarEin ähnliches Leck war zuvor schon einmal vor drei Monaten vor dem Start der Raumfähre «Discovery» entdeckt worden. Die Ursache wurde nicht herausgefunden. Eine kurzfristige Reparatur, die auch mehrere Tage in Anspruch genommen hätte, war diesmal nicht möglich. Die «Endeavour» musste entweder bis zum Wochenende im All sein oder sie muss bis Mitte Juli warten. Davor steht die Sonne nämlich so ungünstig, dass die an der ISS angedockte Raumfähre zu stark erhitzen würde.
Wegen der Verschiebung des Starts der «Endeavour» auf Mittwoch wurde der ursprünglich für den gleichen Tag anberaumte Start der ersten amerikanischen Mondmission seit einem Jahrzehnt auf Donnerstag verschoben. Die erste Startmöglichkeit besteht dabei nach Angaben der Nasa um 23.12 Uhr MESZ.
Im Rahmen der Mondmission sollen zwei Sonden, der Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) und der Lunar Crater Observation and Sensing Satellite (LCROSS) mit einer Rakete vom Typ Atlas V auf die Reise geschickt werden.
An den Forschungen sind auch Wissenschaftler aus Deutschland beteiligt, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mitteilte. So beteiligen sich das DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin sowie das Institut für Planetologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster an der Auswertung der Daten der Sonden. (AP/nz)