24.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die ISS mit der Erde im Hintergrund
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Kondenswasser- und Urinrecyclinganlage auf der Internationalen Raumstation ist fehlerhaft. Trotz einer Reparatur liegt der Urinanteil nur bei etwa zehn Prozent.
Die Probleme mit der Urinrecyclinganlage an Bord der Internationalen Raumstation ISS dauern an. Die Anlagelief nach einer Reparatur in der Nacht zum Montag länger als bei vorherigen Testläufen aber das Gerät habe sich auch dieses Mal wieder selbstständig abgeschaltet, teilte die Nasa mit. Mit der Anlage sollen Urin, Schweiß und das Kondenswasser aus der Atemluft der ISS-Bewohner zu Trinkwasser aufbereitet werden, um die Raumstation so unabhängiger von einer Versorgung von der Erde zu machen.
Vor dem letzten Testlauf hatten Astronauten Gummipuffer an einer Zentrifuge im Destillationsteil der Urinrecyclinganlage ausgebaut. Dadurch sollten Vibrationen vermindert werden, in denen man die Ursache für die Funktionsstörung vermutet. Anschließend lief die High-Tech-Anlage zwar länger als zuvor, schaltete sich dann aber nach dreieinhalb Stunden wieder selbstständig ab. Bei den zwei vorangegangenen Testläufen war bereits nach zwei Stunden Schluss.
Zu wenig: 3,8 Liter UrinWie ISS-Kommandant Mike Fincke der Bodenkontrolle meldete, konnte das Gerät während des dritten Testlaufs in der Nacht zum Montag rund 3,8 Liter Urin aufbereiten. Nasa-Wissenschaftler suchten weiter fieberhaft nach der Ursache für die Funktionsstörung, in der Hoffnung, das Gerät bis zum Abflug der an der ISS angedockten US-Raumfähre Endeavour am Donnerstag zum Laufen zu bringen.
Eine ursprünglich erwogene Verlängerung der Mission um einen Tag wegen des Urinrecyclingproblems hält die Nasa nach Angaben vom Wochenende nicht für nötig. Obwohl das System nur stundenweise funktionierte, konnten doch bei den verkürzten Tests mehrere Trinkwasserproben gewonnen werden - wenn auch nicht in der gewünschten Zusammensetzung. Die Experten hatten sich Proben erhofft, die zu 30 Prozent aus umgewandeltem Urin und zu 70 Prozent aus Kondenswasser bestehen. Aber wegen des Problems schrumpfte der Urinanteil auf gerade mal zehn Prozent.
Trinkwasser frühestens in drei MonatenDie Endeavour soll Proben aus der Urinrecyclinganlage mit zur Erde bringen, die dann von Wissenschaftlern untersucht werden sollen. In frühestens drei Monaten könnte das durch die Maschine gewonnene Wasser dann zum Trinken freigegeben werden - immer vorausgesetzt, dass die Anlage rechtzeitig funktioniert. Die Gewinnung von Trinkwasser in der Station ist eine Voraussetzung für die geplante Erweiterung der ISS-Besatzung: Ab Mai sollen sich dort sechs Bewohner dauerhaft aufhalten können, bislang sind es drei. (nz/dpa)