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Sojus angedockt: 

Raumfahrersöhne treffen sich im All

14. Okt 2008 15:56
Wohlhabender ISS-Gast: Richard Garriott
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Nach zweitägigem Flug hat das russische Raumschiff Sojus mit dem US-Touristen Garriot an der internationalen Raumstation ISS angedockt. Garriot wird vorerst der letzte wohlhabende ISS-Gast sein.

Wie die Väter, so die Söhne: Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt sind sich im Kosmos die Söhne zweier Raumfahrer begegnet. Der US-Weltraumtourist und Astronautensohn Richard Garriott wurde bei der Ankunft mit der neuen Langzeitbesatzung am Dienstag auf der Internationalen Raumstation ISS vom russischen Kosmonauten Sergej Wolkow (35) begrüßt. Wolkows Vater Alexander hatte vor gut 20 Jahren mehrere Weltraum-Einsätze absolviert.

Der 47-jährige Garriott eifert seinem Vater Owen nach, der 1973 und 1983 für die Nasa ins All flog. Die Astronauten-Väter verkündeten auf einer Pressekonferenz bei Moskau im Scherz, auch sie wollten noch mal ins All starten, dieses Mal gemeinsam.

Der mit Computerspielen reich gewordene Weltraumtourist bleibt zehn Tage auf der ISS. Er hat für die Verwirklichung seinen Lebenstraums umgerechnet 22 Millionen Euro gezahlt. Einen Teil davon soll durch wissenschaftliche Experimente refinanziert werden. Zu den Auftraggebern gehören die Nasa und die Freie Universität Berlin, für die Garriott einen Krebsforschungs-Versuch mit Molekülen der Ribonukleinsäure durchführen soll.

Nach dem Bilderbuchstart am Sonntag vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur verlief auch das Andockmanöver des Sojus- Raumschiffes an die Raumstation reibungslos. Gemeinsam mit Garriott flogen der russische Kosmonaut Juri Lontschakow und US-Astronaut Michael Fincke zur ISS. Die beiden Profis hatten zuvor bereits ISS- Erfahrung gesammelt und werden als 18. Langzeitbesatzung bis zum Frühjahr auf der Station bleiben.

Die bisherige ISS-Besatzung, die Russen Oleg Kononenko und Sergej Wolkow, begrüßte die Neuankömmlinge begeistert. «Ich kann fliegen», sagte Richard Garriott lachend. «Gratulation zum Verlassen der Erde», sagte Garriotts Bruder Robert später in einer kurzen Videokonferenz. Wenngleich es in einer Sojus-Kapsel eng ist wie in einer Sardinenbüchse, überstand der Weltraumlaie Garriott die Reisestrapazen klaglos. Er sei als letzter der drei Raumfahrer durch die Schleuse in die ISS geschwebt, sehe bestens aus und lächele unentwegt, berichtete ein Sprecher der Flugleitzentrale bei Moskau. Nach eineinhalb Wochen auf der Station kehren Garriott und Wolkow gemeinsam mit dem Russen Oleg Kononenko am 24. Oktober zur Erde zurück.

Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos sicherte zu, dass die nächste Rückkehr einer Sojus-Kapsel reibungslos verlaufen werde. Die beiden letzten Langzeitbesatzungen waren wegen technischer Probleme mit den Sojus-Kapseln hart in der kasachischen Steppe aufgeschlagen.

Die neue Langzeitbesatzung bleibt 175 Tage im All. Die Mission soll planmäßig die letzte sein, die als Trio arbeitet. Ab Frühjahr sollen sechs Raumfahrer ihren Dienst in der Schwerelosigkeit ausüben.

Es könnte sein, dass mit dem sechsten Weltraumtouristen Garriott die Ära der wohlhabenden ISS-Gäste zu Ende geht, weil alle Plätze in den Sojus-Raumschiffen künftig mit Raumfahrt-Profis belegt sein werden. Roskosmos teilte mit, dass der Duma-Abgeordnete und Unternehmer Wladimir Grusdew wohl darauf verzichten muss, im Herbst als erster russischer Weltraumtourist in die Umlaufbahn zu starten. An seiner Stelle solle ein ausgebildeter ausgebildeter Kosmonaut aus Kasachstan zur ISS fliegen, hieß es im Flugleitzentrum bei Moskau. (nz/AP/dpa)

 
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