05.06.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Keine Befehle, keine Arbeit: "Phoenix" auf dem Mars
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Order der Bodenkontrolle an die Marssonde «Phoenix» verhallte ungehört im All: Das Zentrum der universalen Verweigerung war der Satellit «Odyssey». Er hatte sich einfach in einen Schlummerbetrieb versetzt.
Die Marssonde «Phoenix» hat am Mittwoch nicht wie geplant erstmals im Boden des Roten Planeten nach Eis und Hinweisen auf mögliches Leben gegraben. Schuld war aber nicht die Sonde, sondern ein Problem bei der Übermittlung des Befehls der Bodenkontrolle. Die Raumfahrtbehörde Nasa teilte am Mittwoch mit, die um den Mars kreisende und als Relaisstation dienende Sonde «Odyssey» habe das Signal nicht weitergeleitet.
«'Phoenix' ist in Ordnung», erklärte die Nasa. «Odyssey» versetzte sich selbst in einen Schlummerbetrieb (Safe Mode) und leitete den Befehl der Bodenkontrolle nicht weiter, wie Funkingenieur Chad Edwards vom Nasa-Labor für Strahltriebwerke (Jet Propulsion Laboratory) in Pasadena erklärte. Es war bereits das zweite Mal, dass ein Übermittlungsproblem die Arbeit von «Phoenix» behinderte.
Das erste Kommunikationsproblem gab es zwei Tage nach der Landung von «Phoenix», als eine andere Sonde, der «Mars Reconnaissance Orbiter», sein Funkgerät abschaltete. Die Ursache des Problems bei «Odyssey» seien vermutlich hochenergetische Partikel aus dem Weltraum, die den Speicher des Bordcomputers beeinträchtigt hätten, sagte Edwards. «Phoenix» soll mit seinem Roboterarm mindestens 90 Tage lang im Permafrost nach Spuren von Wasser und Hinweisen auf Leben graben.
Die Forscher vermuten, dass etwa 30 Zentimeter unter der Mars-Oberfläche Eis liegt, in dem organische Verbindungen sein könnten. Statt zum ersten Mal zu graben, fotografierte «Phoenix» weiter den Mars. Die Sonde war am 25. Mai am Nordpol des Mars' gelandet. (AP)