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Durch Weltraumteleskop entdeckt: 

Milchstraße verliert zwei Arme

03. Jun 2008 19:11
Wieviele Arme?
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Zwei Astronomenteams haben einen neuen, kleinen Spiralarm der Milchstraße entdeckt - und die Spuren von zwei großen Armen verloren. Unsere Galaxie bleibt trotzdem in Balance wie Yin und Yang.

Nach jüngsten Daten des «Spitzer»-Weltraumteleskops hat unsere Heimatgalaxie nur zwei große Spiralarme und nicht wie bislang meist angenommen vier. Das berichtet Robert Benjamin von der Universität von Wisconsin am Dienstag auf der Jahrestagung der Amerikanischen Astronomengesellschaft (AAS). Seine Gruppe hatte das Infrarotlicht von rund 110 Millionen Sternen katalogisiert und damit die Verteilung der Sterne in weiten Teilen der Milchstraße untersucht. Dort, wo bislang zwei der vier großen Spiralarme vermutet wurden, fand sich jedoch keine Anhäufung von Sternen.

Auf der gegenüberliegenden Seite unserer Galaxie stieß ein anderes Forscherteam dagegen auf einen bislang unbekannten kleinen Arm. Er ist der lang gesuchte Zwilling eines schon vor 50 Jahren entdeckten Spiralarms auf unserer Seite der Milchstraße.

Astronomen hatten bereits lange vermutet, dass ihm ein symmetrischer Arm gegenüberliegen sollte. Er ließ sich jedoch nicht aufspüren, weil die Forscher kaum durch das Sternendickicht im Zentrum der Milchstraße spähen können. «Etwas durch das galaktische Zentrum zu beobachten ist, wie einer Unterhaltung mitten in einer Cocktailparty zu lauschen», sagte Patrick Thaddeus vom Harvard- Smithsonian-Zentrum für Astrophysik auf der AAS-Tagung. Sein Kollege Tom Dame war bei der Analyse von Beobachtungen mit einem Mikrowellenteleskop auf den fernen Spiralarm gestoßen.

«Unsere Galaxie ist nicht so unordentlich wie viele gedacht haben», ergänzte Dame. «Was wir gefunden haben, ist ein Beleg für eine Form von Balance und Ordnung, ähnlich dem Yin und Yang der chinesischen Philosophie.» Der bereits zuvor bekannte kleine Spiralarm scheint an der zentralen Balkenstruktur unserer Milchstraße anzusetzen, Astronomen hatten daher erwartet, dass sich auch am entfernten Ende des Balkens eine vergleichbare Struktur herausgebildet hat.

Da sich die Erde mitten in der Galaxie befindet, können die Astronomen nur direkt in die galaktische Scheibe blicken. Anders als bei weit entfernten Galaxien, die wir von außen sehen, ist die Struktur der Milchstraße von der Erde aus daher nur schwer zu bestimmen. (nz/dpa)

 
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