netzeitung.deFinanzexperte rechnet nicht mit Aus für Versicherung gegen Berufsunfähigkeit

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Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur "Finanztest" (Foto: Stiftung Warentest<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur "Finanztest"
Foto: Stiftung Warentest
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Für die Versicherer sei die Berufsunfähigkeitsversicherung ein zukunftsträchtiges Produkt, sagte «Finanztest»-Chefredakteur Tenhagen der Netzeitung. Das Antidiskriminierungsgesetz werde daran nichts ändern.

Deutsche Versicherer werden ihre Berufsunfähigkeitspolicen nicht aus ihrem Angebot streichen, meint Hermann-Josef Tenhagen von «Finanztest». «Die Versicherungswirtschaft verspricht sich vom Geschäft mit diesen Verträgen sehr viel Geld», sagte Tenhagen am Mittwoch der Netzeitung. «Und die Außendienstmitarbeiter verdienen mit den Policen bereits sehr viel Geld.»

Seit mehreren Jahren gibt es bei Berufsunfähikeit kaum noch staatliche Unterstützung. Wer sich für den Fall, dass er seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, sein Auskommen sichern will, muss daher auf Produkte der Privatwirtschaft zurückgreifen.

Drohung ist nicht realistisch
Auch das geplante Antidiskriminierungsgesetz (ADG) wird nach Tenhagens Einschätzung nicht dazu führen, dass bestimmte Versicherungen vom Markt verschwinden. «Die Drohung, das Geschäft für einige Versicherungen einzustellen, halte ich für nicht realistisch», sagte Tenhagen.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hatte gegenüber der Netzeitung vor den Folgen des ADG für die Branche gewarnt. Weil danach nur noch offizielle Statistiken zur Errechnung von Prämien herangezogen werden dürften, um Diskriminierung auszuschließen, sei eine individuelle Risikoprüfung künftig nicht mehr im bisherigen Rahmen möglich, argumentiert der Verband. Das könne zu erhöhten Prämien und schlimmstenfalls zum Wegfall bestimmter Angebote wie der Berufsunfähigkeitsversicherung führen. (nz)