Überraschende Wahl:
Geheimdienst-Kritiker soll CIA-Chef werden
06.01.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Feinsteins Bedenken teilt auch John Rockefeller, Senator von West Virginia. Obama erhielt aber auch Beifall für seine Entscheidung: Der Mehrheitsführer der Demokraten im US-Senat, Harry Reid, und Senator Ron Wyden aus Oregon sprachen von einer «starken Wahl». Panetta habe die Fähigkeiten, eine neue Ära beim Geheimdienst einzuleiten.
Allerdings habe dieser bei der Erarbeitung des Internierungs- und Verhörprogramme der CIA nach den Anschlägen vom 11. September eine wesentliche Rolle gespielt. Panetta gehört dagegen - wie auch Obama - zu den Kritikern umstrittener Verhörpraktiken, die von der CIA bei mutmaßlichen Terroristen eingesetzt wurden. Dazu zählt auch das so genannte Waterboarding, das international als Foltermethode geächtet wird.
Offiziell begründete Obama laut «New York Times» seine Wahl mit Panettas Managementfähigkeiten, dessen überparteilichen Ansehens und Erfahrung in Budgetfragen. Der frühere Clinton-Berater wäre im Fall seiner Bestätigung durch den Senat Nachfolger von Michael Hayden und dem nationalen Geheimdirektor unterstellt, der für die Koordinierung der Arbeit aller 16 US- Spionagebehörden zuständig ist. Für dieses höchste Amt in der amerikanischen Geheimdienstgemeinde hat Obama den pensionierten Admiral Dennis Blair vorgesehen. Eine offizielle Bekanntgabe beider Personalentscheidungen steht noch aus. (nz)
Für das Web ediert von Michaela Duhr

