22.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Wird Geithner Obamas Finanzkrisen-Manager?
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nicht nur schlechte, sondern auch gute Nachrichten verursachen derzeit an den Aktienmärkten extreme Ausschläge. Mit einem möglichen neuen Mitglied in Obamas Ministerriege wird viel Hoffnung verbunden.
Die Position des Finanzministers ist angesichts der Finanzkrise einer der wichtigsten Kabinettsposten, die der designierte US-Präsident Barack Obama besetzen muss. Am Freitag berichteten verschiedene US-Medien, dass Obama den New Yorker Notenbankpräsidenten Timothy Geithner zum künftigen Finanzminister ernennen will. Als Quelle wurden Informanten aus dem Umfeld Obamas genannt.
Die US-Börse reagierte euphorisch auf diese Nachricht. Der Der Dow-Jones-Index für 30 führende Industriewerte legte um 494,13 Punkte oder 6,54 Prozent auf 8046,42 Zähler zu. Damit wurde etwa die Hälfte der Verluste von Mittwoch und Donnerstag wieder wettgemacht. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 68,23 Punkte oder 5,18 Prozent auf 1.384,35 Zähler.
Clinton wahrscheinlich AußenministerinIm Außenministerium läuft unterdessen alles auf Hillary Clinton als neue Ressortchefin hinaus. Obama sei auf dem besten Weg, Clinton voraussichtlich schon in der kommenden Woche zu berufen, sagte ein Mitarbeiter. Beide Seiten hätten sich schnell aufeinander zu bewegt. Dabei seien auch Themen rund um die finanzielle Situation von Hillary Clinton und ihrem Mann, Expräsident Bill Clinton, erörtert worden.
Obama wolle Clinton nach dem Thanksgiving-Feiertag am Donnerstag kommender Woche berufen, sagte der Mitarbeiter. Die Ernennung wäre ein weiterer Meilenstein in der politischen Laufbahn der früheren First Lady, die nach einem erbittert geführten Vorwahlkampf der Demokraten um die Präsidentschaftskandidatur Obama unterlegen war. Clinton müsste vor Antritt des Ministeramts ihren New Yorker Senatssitz aufgeben, den sie seit acht Jahren innehat.
Jones wohl neuer SicherheitsberaterAls zunehmend wahrscheinlich galt auch, dass der ehemalige NATO-Oberbefehlshaber Jim Jones (64) nationaler Sicherheitsberater wird. Des weiteren solle der gegenwärtige Gouverneur von New Mexico und ehemalige Energieminister Bill Richardson (61) Handelsminister werden. Einige Nominierungen sowie die Wahl seiner wirtschaftlichen Spitzenberater im Weißen Haus will Obama NBC zufolge am kommenden Montag persönlich bekanntgeben, um die Märkte zu beruhigen.
Der von Medien als Finanzminister genannte Geithner ist seit November 2003 Chef der Notenbank (Fed) in New York. Zuvor hatte er seit 1988 in drei Regierungen unter fünf Finanzministern verschiedene Funktionen ausgeübt. So war er zum Ende der Clinton-Zeit von 1999 bis 2001 Abteilungsleiter für Internationale Angelegenheiten im Ministerium. Von 2001 bis 2003 war Geithner als Direktor für Politische Entwicklung beim Internationalen Währungsfonds tätig. Seit September arbeitet er bei der Bekämpfung der gegenwärtigen Finanzkrise eng mit dem derzeitigen Finanzminister Henry Paulson und US-Notenbankchef Ben Bernanke zusammen. (nz/AP/dpa)