05.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Partystimmung herrschte schon beim Besuch von Obama im Sommer in Berlin
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Politiker aus der ganzen Welt haben dem designierten US-Präsidenten Obama gratuliert. In den Glückwünschen klang die Hoffnung an, dass sich die Zusammenarbeit mit den USA wieder verbessern möge.
Als einer der ersten ausländischen Politiker hat Bundespräsident Horst Köhler dem Demokraten Barack Obama zur Wahl zum US-Präsidenten gratuliert. In einem Telegramm, das am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde, schrieb er: «Sie stehen vor großen Herausforderungen, für Ihr Land, aber auch für unsere Welt insgesamt. Sie können dabei auf Deutschland als einen verlässlichen Partner und langjährigen Freund zählen».
Deutschland und die USA seien durch gemeinsame Werte fest miteinander verbunden, sagte Köhler. «Dies ist auch das Fundament für die enge Zusammenarbeit in unserer transatlantischen Gemeinschaft.» Eine kooperative Weltpolitik berge die Chance, das Wohl aller zu mehren. «Mein Land steht bereit, sich dieser Aufgabe gemeinsam mit den Vereinigten Staaten von Amerika zu stellen», heißt es in dem Telegramm weiter.
Merkel spricht Einladung ausAuch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dem künftigen US-Präsidenten zum Wahlsieg gratuliert. «Die Welt steht zu Beginn Ihrer Amtszeit vor bedeutenden Herausforderungen.
Ich bin überzeugt, dass wir in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Europa den neuartigen Gefahren und Risiken entschlossen begegnen und die vielfältigen Chancen, die sich in unserer globalen Welt eröffnen, gut nutzen werden», schrieb Merkel in einem Glückwunschbrief an Obama. «Seien Sie überzeugt, dass sich meine Regierung stets der Bedeutung und des Wertes der transatlantischen Partnerschaft für unsere gemeinsame Zukunft bewusst ist», so die Kanzlerin weiter. Merkel lud Obama zu einem baldigen Besuch nach Deutschland ein.
Steinmeier: «USA haben Wechsel gewählt»Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) freut sich auf die enge Zusammenarbeit mit dem künftigen US-Präsidenten. Das sagte er am Mittwoch in Berlin. Er habe Obama bei seinen bisherigen Gesprächen als Politiker erlebt, der zusammenführen und am Ende besonnen und souverän handeln könne. Mit Obamas Wahl hätten die Vereinigen Staaten in der Innen- und Außenpolitik den Wechsel gewählt. Steinmeier erwartet, dass das transatlantische Verhältnis nun wieder enger werde. Er verwies auf die Ankündigungen von Obama beim Klimaschutz, der Abrüstung und die Zusammenarbeit mit den internationalen Organisation.
Barroso: «Zeit, wieder enger zusammenzurücken»Der EU-Kommissionspräsident, José Manuel Barroso, gratulierte im Namen der Europäischen Kommission. Es sei Zeit für Europa und die Vereinigten Staaten, wieder enger zusammenzurücken. Die derzeitige Krise sei auch eine Chance für eine neue Welt zum Wohl der Gesellschaft.
Brown: «Inspirierender Wahlkampf»Der britische Premierminister Gordon Brown hat dem gewählten neuen US-Präsidenten Barack Obama eine «sehr enge» Zusammenarbeit angeboten.
Der Demokrat habe einen «inspirierenden Wahlkampf geführt und die Politik mit seinen fortschrittlichen Werten und seiner Vision für die Zukunft angeregt», sagte Brown. «Ich kenne Barack Obama und wir teilen viele Werte. Wir beide sind entschlossen zu zeigen, dass die Regierung den Menschen durch diese schweren wirtschaftlichen Zeiten helfen kann.»
Russland: «Das alte Denken in Vorurteilen beenden»Russland erwartet mit dem Wahlsieg des Demokraten Barack Obama eine «Auffrischung» der zuletzt arg strapazierten Beziehungen beider Länder. Obamas Erfolg dürfte «die Grundlage für eine positive Atmosphäre der Zusammenarbeit» schaffen, sagte der Vize-Außenminister Grigori Karassin nach Angaben der Agentur Interfax. Obama gebe Anlass zur Hoffnung, dass die USA in den Beziehungen zu Russland «das alte Denken in Vorurteilen» beendeten.
Aso: «Sicherheitsallianz stärken»Der konservative japanische Ministerpräsident Taro Aso gratulierte «von ganzem Herzen». Er wolle gemeinsam mit dem künftigen Präsidenten Obama die Sicherheitsallianz zwischen beiden Ländern stärken und auf eine Lösung der Probleme der internationalen Gemeinschaft hinarbeiten, zitierte die japanische Nachrichtenagentur Jjij Press den Premier.
Unter dem bisherigen republikanischen Präsidenten George W. Bush war Japan zu einem von Bushs treuesten Verbündeten im Kampf gegen den Terror geworden. Ex-Premier Junichiro Koizumi pflegte eine enge Freundschaft mit Bush und schickte eigene Truppen zum Wiederaufbau in den Irak. Gespannt wird nun in Tokio abgewartet, wie Obama vorgehen wird - auch im Hinblick auf Japans größte Sicherheitssorge Nordkorea.
Sarkozy: «»Eine Wahl für Wandel«Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy sprach Obama «seine herzlichsten Glückwünsche aus, und die des gesamten französischen Volkes. Ihr glänzender Sieg ist der Lohn für einen unermüdlichen Dienst am amerikanischen Volk», hieß es am Mittwochmorgen in einer Erklärung des französischen Präsidentenamts. Die Wahl sei eine Wahl für Wandel, Öffnung und Optimismus in unruhigen Zeiten. «In einer Zeit, in der wir uns alle immensen Herausforderungen gegenüber sehen, weckt Ihre Wahl in Frankreich, Europa und darüber hinaus weltweit große Hoffnung.»
Iraker erwarten keine dramatische WendungDie irakische Führung erwartet unter dem neuen Präsidenten Barack Obama keinen Kurswechsel in der US-Strategie für den Irak. Außenminister Hoschiar Sebari sagte am Mittwoch in Bagdad: «Obama hatte den irakischen Entscheidungsträgern während seines Besuches im Irak mitgeteilt, dass es keinen schnellen Abzug der US-Truppen aus dem Irak geben wird.» Die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak zitierte ihn mit den Worten: «Die amerikanische Außenpolitik kann sich nicht plötzlich ändern.» Auch der Chef des Präsidentenbüros in Bagdad, Nasir al-Ani, erklärte: «Es wird nach dem Sieg Obamas jetzt vielleicht taktische Veränderungen geben, aber keine dramatische Wende.»
Napolitano: «Ein großer Tag für Italien»Für Italien sei dies ein großer Tag, sagte Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano. Obamas Sieg und der Geist der Einheit, der ihn begleite, könnten Hoffnung und Vertrauen spenden «für die Sache der Freiheit, des Friedens, für eine sicherere und gerechtere Weltordnung». Vatikan-Sprecher Federico Lombardi sagte: «Die Gläubigen beten, dass Gott ihn erleuchte und ihm in seiner höchsten Verantwortung beistehe». Alle wünschten Barack Obama, dass er die Hoffnungen und die Erwartungen erfüllen könne, die in ihn gesetzt würden, sagte Lombardi.
Berlusconi wünscht viel GlückDer italienische Regierungschef Silvio Berlusconi hat Obama zum Wahlsieg gratuliert und ihm viel Glück bei den anstehenden Aufgaben gewünscht. «Wir sind absolut sicher, dass die Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern weiter wachsen und sich verstärken wird», schrieb der konservative Ministerpräsident an den Demokraten Obama. Dieser habe einen «schwierigen Wahlkampf mit einem hochrangigen Gegner» hinter sich.
Hu Jintao: «Neuer historischer Zeitabschnitt»Chinas Präsident Hu Jintao hat dem designierten US-Präsidenten Barack Obama zu seinem Wahlsieg gratuliert und einen erweiterten Dialog zwischen beiden Ländern in Aussicht gestellt.
«Die chinesische Regierung und ich schreiben den US-chinesischen Beziehungen beständig große Bedeutung zu», schrieb Hu in einem Telegramm an Obama laut einer Mitteilung des chinesischen Außenministeriums. Er betonte, dass eine langfristige, stabile und gesunde Beziehung im Interesse beider Nationen liege. Die Wahl Obamas sei ein «neuer historischer Zeitabschnitt».
Livni: «Ehrenorden für die Demokratie»Israel hofft nach dem Wahlsieg Obama auf eine Fortsetzung der Sonderbeziehungen zwischen beiden Ländern. Israel erwarte, dass die enge strategische Partnerschaft mit dem künftigen Präsidenten, der neuen US-Regierung und dem Kongress fortgesetzt werde, heißt es in einer Erklärung von Außenministerin Zipi Livni. Livni bezeichnete die Wahl des ersten schwarzen US-Präsidenten als einen «Ehrenorden» für die Demokratie in den Vereinigten Staaten. Angesichts vieler Vorbehalte von Israelis gegen Obama sagte Livni, sie habe den Eindruck gewonnen, dass sich der neue Präsident der Sicherheit und dem Wohlergehen Israels verpflichtet fühle.
Abbas: «Friedensprozess sofort neue Impulse geben»Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat dem künftigen US-Präsidenten Barack Obama zum Wahlsieg gratuliert. Er freue sich darauf, gemeinsam mit der neuen US-Regierung größeres Tempo in die Friedensverhandlungen zu bringen. Obama solle den Friedensprozess sofort neue Impulse geben, um Frieden und Stabilität in den Nahen Osten zu bringen, sagte Abbas laut der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa vom Mittwoch.
Hamas gratuliert nichtEin Sprecher der radikalen Palästinenserorganisation Hamas, die seit mehr als einem Jahr den Gazastreifen kontrolliert, gratulierte Obama nicht. Dafür gab Hamas-Sprecher Fausi Barhum dem künftigen US- Präsidenten den Rat mit auf den Weg, aus den Fehlern von US-Präsident George W. Bush zu lernen. Hamas habe nichts gegen einen Dialog mit Obama.
Iran: «Amerikaner haben genug von Bush»Der Iran hat die Wahl Obamas zum neuen US-Präsidenten als Triumph über die Politik von Amtsinhaber George W. Bush gewertet. Die amtliche Nachrichtenagentur Irna zitierte den prominenten Abgeordneten Gholam Ali Haddad Adel mit den Worten, Obamas Sieg zeige, dass die Amerikaner von Bush und dessen republikanischer Partei genug hätten. Die staatliche Zeitung «Iran» schrieb, der Wahlsieg Obamas stelle Bushs Unilateralismus und die Kriege im Irak und in Afghanistan als Desaster bloß. (nz/dpa/ap/epd)