«Bush war überall verhasst»:
Rund um die Welt Jubelfeiern für Obama
05. Nov 2008 10:21
 |  Spontane Feiern in Kenia nach der Wahl von Obama zum neuen US-Präsidenten. | Foto: AP |
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In vielen Ländern ist der Sieg von Barack Obama gefeiert worden. «Einer von uns ist der mächtigste Mann der Welt», freut sich ein junger Kenianer. Ein Japaner ist überzeugt, dass sich jetzt die Welt verändern werde.
Die Wahl des Demokraten Barack Obama zum neuen US-Präsidenten ist fast überall auf der Welt gefeiert worden. In Kenia löste der Sieg des 47-Jährigen spontane Jubelfeiern aus. In Kogelo, dem Heimatdorf von Obamas Vater im Westen des Landes, stimmten die Bewohner Gebete und Gesänge an. Sie hatten zuvor die ganze Nacht über vor einer Großbildleinwand das Geschehen in den USA verfolgt.
Auch in der Hauptstadt Nairobi und in Kisumu, der größten Stadt im Westen Kenias, wurde auf den Straßen gefeiert. «Wir haben die Wahl gewonnen, einer von uns ist der mächtigste Mann der Welt», freute sich ein jugendlicher Obama-Anhänger. In vielen Städten waren für den Nachmittag Konzerte und Partys geplant.Aber auch in anderen Teilen der Welt wurde Obamas Wahlsieg gefeiert. Jason Ge, ein Student der Peking-Universität sagte: «Es zeigt, dass Amerika wirklich eine vielfältige, multikulturelle Gesellschaft ist, wo die Farbe deiner Haut nicht wirklich wichtig ist.»
I love Obama
Auch Akihiko Mukohama, der Leadsänger einer Band, die im japanischen Ort Obama auftrat, hat hohe Erwartungen an den 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten: Er sei überzeugt, dass diese Wahl die Welt ändern werde, sagte der 34-Jährige, der ein «I Love Obama»-T-Shirt trug.
In Australien meint Phil Keeling, es gebe nun eine Chance, das Image der USA dramatisch zu verändern. Von Kopf bis Fuß in einem rot-weiß-blauen Outfit und mit Buttons von Obama und seinem republikanischen Gegenkandidaten John McCain geschmückt, verfolgte Keeling in einem Festsaal in Sydney die Wahl in Amerika.In Rio de Janeiro feierten Brasilianer und Amerikaner gemeinsan. Obama zu wählen sei eine großartige Gelegenheit für die Amerikaner, der Welt zu zeigen, dass sie sich ändern könnten, meinte der 33-jährige Musikproduzent Zanna. Noch deutlicher wurde Umang Khosla, Marketingmanager aus dem indischen Bombay. Ein Sieg Obama werde von vielen begrüßt - nach einem Präsidenten George W. Bush, der «in aller Welt gehasst war», wie Khosla sagt.
Obamas Wurzeln geben Hoffnung
 |  Obama tritt mit seiner Frau Michelle nach seinem Wahlsieg vor Zehntausende jubelnde Anhänger. | Foto: AP |
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Auch in der islamischen Welt wurde die Wahl Obamas mit Freude aufgenommen, da viele davon ausgehen, dass Obama eher Kompromisse als Konfrontation suchen werde. Nisar Al-Kortas, Kolumnist der kuwaitischen Al-Anbaa Zeitung, sieht in der Entscheidung für den demokratischen Kandidaten «einen historischen Schritt um das Image der arroganten amerikanischen Regierung zu verändern».In der indonesischen Hauptstadt Jakarta feierten Obamas Klassenkameraden aus Kindertagen desssen Sieg. «Unglaublich, wir sind so stolz auf ihn», sagte Dewi Asmara Oetojo, die heute im indonesischen Parlament sitzt. Sie habe zwar nicht geglaubt, dass Obama das Zeug zur Führungsfigur habe, doch sei er damals schon «sehr weise» gewesen, meinte sie. «Wir sind sehr glücklich», sagte ein anderer ehemaliger Mitschüler, Widiyanto.
Keine große Begeisterung in Israel
In Israel gab es dagegen weniger erfreute Reaktionen. Die Bank-Angestellte Leah Nisri kritisierte, Obama sei zu jung. Vor allem in weltweiten Rezession wäre der republikanische Herausforderer John McCain der bessere Präsident gewesen.Etwas verhalten fallen auch die Erwartungen im Irak aus. So befürchtet Munir Dschamal aus Bagdad, dass Obamas Wahl nicht viel für den Irak oder Palästina ändern könnte. Die Versprechen von vor der Wahl könnten auch bloße Versprechen bleiben, sagt er. Trotz mancher Zweifel - für viele Menschen in aller Welt sind vor allem Obamas internationale Wurzeln Anlass zur Zuversicht. Die Mutter eine weiße Amerikanerin, der Vater ein schwarzer Kenianer und die Jahre, die Barack Obama als Kind in Indonesien verbrachte nähren diese Hoffnungen. (Von Joseph Coleman/dpa)