Amerika hat Obama gewählt: 

netzeitung.de«Ich werde immer aufrichtig mit euch sein»

 Herausgeber: netzeitung.de

Nach seinem Siegtritt Barack Obama mit seiner Frau Michelle vor Zehntausende Anhänger in Chicago (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Nach seinem Siegtritt Barack Obama mit seiner Frau Michelle vor Zehntausende Anhänger in Chicago
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Amerika feiert enthusiastisch seinen künftigen Präsidenten Barack Obama. «Der Wandel ist nach Amerika gekommen», sagte der Senator in seiner Siegesrede von Zehntausenden jubelnden Anhängern.

Barack Obama wird der erste schwarze Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. «Der Wandel ist nach Amerika gekommen», sagte der 47-jährige demokratische Senator nach seinem historischen Sieg vor Hunderttausenden jubelnden Menschen am späten Dienstagabend (Ortszeit) in seiner Heimatstadt Chicago. Dies ist «unsere Zeit, ... um den amerikanischen Traum wieder zu beleben». Obama ist er erste schwarze Präsident der Vereinigten Staaten.

Sein republikanischer Gegner John McCain hatte die Niederlage kurz zuvor in Phoenix im Bundesstaat Arizona eingestanden: «Das amerikanische Volk hat gesprochen und es hat klar gesprochen.» McCain und US-Präsident George W. Bush gratulierten in Telefonaten dem Sieger und nannten die Wahl historisch.
Wahlkampf der Superlative
Es war der längste und teuerste Wahlkampf in der Geschichte der USA. Obama profitierte offensichtlich vom Vertrauen der US-Bürger, die schwere Finanzkrise und die drohende Rezession in den Griff zu bekommen. Dem Demokraten gelang eine beispiellose Mobilisierung der Wähler.

Der afro-amerikanische Senator sagte, das Land stehe angesichts zweier Kriege im Irak und Afghanistan sowie der gravierenden Finanzkrise vor enormen Herausforderungen. Es werde eine Zeit brauchen, die Wirtschaft anzukurbeln und «Allianzen zu reparieren». Aber er werde es schaffen. Er beschwor seine die Amerikaner, über die Parteigrenzen hinweg für das Wohl der Nation zusammenzuarbeiten.

Die Macht der Demokratie
Die Wahl habe bewiesen, dass es die Vereinigten Staaten von Amerika gebe, über alle sozialen und ethnischen Grenzen hinweg. Es sei «ein Beweis der Macht der Demokratie», sagte ein strahlender Obama, der sich stolz auf die überwältigende Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppen an der Wahl zeigte.

«Ich werde immer aufrichtig mit Euch sein», versprach er seinen Anhängern. Er rief zur Zusammenarbeit auf und appellierte auch an jene Amerikaner, die ihn nicht gewählt hatten, ihn nun zu unterstützen. «Ich brauche Eure Hilfe, und ich werde auch Euer Präsident sein.» In vielen US-Städten gab es spontane Demonstrationen jubelnder Anhänger. Viele Menschen weinten, nachdem die Fernsehsender den Sieg Obamas verkündet hatten.

Obama hat Großes erreicht
McCain rief seinen enttäuschten Anhängern zu: «Der Fehler liegt bei mir - nicht bei Euch.» Der 72-Jährige unterbrach mehrfach Buh- Rufe, wenn er von Obama sprach. «Senator Obama hat Großes für sich und für sein Land erreicht.» Am Tag nach der Wahl müsse die Zusammenarbeit über alle Parteigrenzen hinweg beginnen, um den großen Herausforderungen gerecht zu werden, «mit denen die größte Nation der Welt» konfrontiert ist.

Die Entscheidung für Obama als 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten fiel, nachdem sein Sieg in den drei Westküstenstaaten Kalifornien, Washington und Oregon nach Hochrechnungen und ersten Auszählungsergebnissen feststand.

Demokraten erobern Florida
Obama entschied nach Hochrechnungen der Sender ABC, Fox News und CNN das Rennen in den besonders umkämpften Staaten Florida, Ohio und Pennsylvania für sich. Vor allem Ohio und Florida galten als Schlüsselstaaten für den Sieg. Auch in der Republikaner-Hochburg Virginia setzte er sich durch. Seit 1964 hatte hier kein demokratischer Präsidentschaftskandidat gewonnen.

Obama führte nach Prognosen des Senders CNN bei der Zahl der Wahlmänner mit 338 zu 156 Stimmen vor McCain. Grundlage waren Hochrechnungen und erste Auszählungsergebnisse. Für die Wahl zum Präsidenten sind 270 Wahlleute notwendig. (dpa/nz)