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US-Wahlen 2008

Nervosität unter den Republikanern: 

«Macht aus John keinen grimmigen alten Mann»

15. Okt 2008 17:44
John McCains Kampagne im Kreuzfeuer der Kritik
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Ärger in John McCains Wahlkampfteam: Schuld daran hat allerdings nicht Rivale Obama, sondern der jüngere Bruder des republikanischen Senators.

Joe McCain ist kurz vor der letzten Fernsehdebatte zwischen dem demokratischen Herausforderer Barack Obama und seinem Bruder John der Kragen geplatzt. In einer wütenden E-Mail attackiert er McCains Wahlkampfstrategen: «Lasst John McCain einfach John McCain sein», fordert er in dem Schreiben. «Macht Werbespots, die John nicht wie einen alten Geizhals, sondern wie eine große Führungspersönlichkeit unserer Zeit aussehen lassen.»

Der Bruder des 72-jährigen Senators übte harsche Kritik an nicht namentlich genannten hochrangigen Beratern, wie die «Baltimore Sun» berichtete. Sie kontrollierten alles dermaßen scharf, dass Journalisten noch nicht einmal mit den Menschen reden könnten, die McCain am besten kennen – wie zum Beispiel er selbst. Schon seit Monaten ärgern sich Vertraute McCains über den Maulkorb, der ihnen von den Beratern übergestülpt wurde. Sie dürfen nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Wahlkampfteams mit Medienvertretern sprechen.

Diese Strategie widerspreche der offenen und ehrlichen Persönlichkeit seines Bruders, schimpft Joe McCain. Das scharfe Vorgehen habe die positive Einstellung, welche die Medien John McCain zunächst entgegengebracht hätten, zunichte gemacht.

Kehr zurück zu deinem alten Image

Der Republikaner Newt Gingrich übt unverblümt Kritik an dem Kandidaten McCain
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Doch Ärger über die Kampagne des weißhaarigen Senators macht sich nicht nur in dessen Familie breit, sondern auch unter den republikanischen Anhängern. So empfahl der konservative Kommentator William Kristol kürzlich in der «New York Times»: McCain solle seine Berater feuern und wieder zu seinem alten Image zurückkehren – das «Image eines heiteren, zugänglichen und offenen Kandidaten».

Vor der letzten TV-Debatte in der Nacht zu Donnerstag steht McCain massiv unter Druck. Die schweren Turbulenzen an den weltweiten Finanzmärkten spielen vor allem Obama in die Hände. Die Mehrheit der Amerikaner traut ihm eher zu, die Krise zu meistern als seinem Gegenspieler McCain.

Einer aktuellen Umfrage von «New York Times» und CBS News zufolge würden sich 53 Prozent der Wähler für den schwarzen Senator aus Illinois entscheiden, nur 39 Prozent für seinen Kontrahenten. Die scharfen persönlichen Angriffe gegen Obama schadeten vor allem einem: McCain selbst. Sechs von zehn Wählern beschwerten sich darüber, dass McCain mehr Zeit damit verbringe, seinen Rivalen zu attackieren als zu sagen, was er als Präsident tun würde.

Es drohen schwere Zeiten

Auch unter den republikanischen Parteigenossen wächst die Nervosität: Vor allem der frühere Präsident des Repräsentantenhauses Newt Gingrich machte in den vergangenen Tagen keinen Hehl aus seinem Unmut: «McCain muss unter Beweis stellen, dass er in der Wirtschaftspolitik anders ist als Bush und besser als Obama», sagte er jüngst in einem Interview. «Wenn ihm das nicht gelingt, dann ist alles vorbei». Dann stehe den Republikanern ein sehr schlechtes Jahr bevor.

 
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