netzeitung.deUS-Experten fürchten Hacker-Angriffe bei Stimmabgabe übers Internet

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Bei den kommenden US-Wahlen dürfen im Ausland lebende Amerikaner erstmals per Internet ihre Stimme abgeben. Experten halten das System jedoch für zu unsicher. Thema: US-Wahlen USA wollen auch künftig im Kampf gegen Terror Alleingänge unternehmen Dean profiliert sich als radikaler Gegner Bushs Kerry ist ein konservativer Demokrat Clark setzt auf seine Kompetenz in der nationalen Sicherheit Kerry gewinnt erste Vorwahl der Demokraten

Mit einem neuen elektronischen Wahlprogramm will die US-Regierung Soldaten und anderen US-Bürgern in Übersee die Stimmabgabe bei der Präsidentschaftswahl im November erleichtern. Einem Bericht der «New York Times» zufolge warnen Computerexperten jedoch davor, dass das «Secure Electronic Registration and Voting Experiment» (Serve) zu große Sicherheitslücken aufweise.

Das vom Pentagon finanzierte Projekt sieht vor, dass Wähler im Ausland von ihren eigenen PCs aus über das Internet ihre Stimme abgeben können. «Serve» sei aber äußerst anfällig für Hacker-Angriffe, meint der Expertenausschuss, der das System im Auftrag der Regierung bewerten sollte. Das könne katastrophale Folgen haben. Die Hacker wären in der Lage, den Verlauf der Stimmabgabe zu unterbrechen und zu manipulieren, heißt es in dem Bericht.

«Wahlen sind kein Online-Shopping»
Weitere Probleme entstünden dadurch, dass die von den Nutzern im System verlangte Legitimation die Anonymität des Wahlvorgangs nicht gefährden dürfe, so die Experten. Dies sei eine völlig andere Situation als etwa beim Online-Shopping. Es könne nicht angehen, dass für mehr Bequemlichkeit derart hohe Risiken in Kauf genommen würden, sagt einer der Autoren des Berichts, der Informatiker David Wagner von der Berkley-Universität.

Ein anderer an der Untersuchung beteiligter Internet-Experte warnte davor, dass Hacker mittels eigener Software die Online-Wähler überwachen und ihre private Daten ermitteln könnten, um Spam und Werbung für Pornosites zu verschicken.

Pentagon weist Kritik zurück
Das Verteidigungsministerium hält jedoch weiterhin an «Serve» fest und wirft dem Expertenausschuss Übertreibung vor. Das Programm solle in den kommenden Wochen offiziell eingeführt werden, schreibt die «New York Times».

Sieben Staaten - Arkansas, Florida, Hawaii, North Carolina, South Carolina, Utah und Washington - hätten bereits ihre Teilnahme an dem Projekt zugesagt. Voraussichtlich würden rund 100.000 US-Bürger bei der Wahl per Internet abstimmen. (nz)