Ärztepräsident kritisiert «Medikamentengläubigkeit»
03.09.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Nach Ansicht Hoppes ist die Kostenübernahme von Medikamenten durch die Kassen für Patienten, die sich sozusagen selber helfen könnten, nicht gerechtfertigt. Denn das sei «originäre Eigenverantwortung».
Voraussetzung für diese vollständige oder teilweise Eigenfinanzierung von Arzneien sei jedoch eine ausführliche Beratung, Information und Aufklärung durch den Arzt, so Hoppe. «Dafür aber wollen die Kassen bisher nicht zahlen». Dabei müsse die Gesundheitsberatung deutlich besser honoriert werden, damit sich Erfolg einstelle. «Das rechnet sich auch für die Kassen, weil die Patienten dann gesünder werden und weniger Arzneien benötigen».
Die von SPD und Grünen geplante Bürgerversicherung kritisierte Hoppe als ein «quasi-staatliches Gesundheitssystem». Es werde am Ende «Rationierung, lange Wartezeiten und eine sehr hohe finanzielle Eigenbeteiligung» mit sich bringen. Hoppe warnte, eine Bürgerversicherung würde die Politik zu viel stärkeren Eingriffen in das Gesundheitswesen verleiten. (nz)

