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Ärztepräsident kritisiert
«Medikamentengläubigkeit»
03. Sep 2005 09:09

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) und Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe
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Foto: dpa
Nach Ansicht von Ärztepräsident Hoppe sollten die Krankenkassen weniger Medikamentenkosten übernehmen. Häufig würde es Patienten schon helfen, wenn sie ihr Leben umstellten.
 
Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, plädiert für Einschnitte bei der Bezahlungen von Medikamenten: Künftig sollten die Kassen die Medikamentenkosten für jene Versicherten nicht mehr übernehmen, «die ihre Krankheit durch eine Änderung der Lebensgewohnheiten in den Griff bekommen könnten», sagte er der «Neuen Osnabrücker Zeitung».

Mehr in der Netzeitung:
In diesem Zusammenhang wies Hoppe darauf hin, dass manche Patienten aus Bequemlichkeit zum Beispiel Pillen gegen einen zu hohen Blutdruck schluckten statt ihr Leben umzustellen. Das betreffe etwa Bewegung, Verzicht auf Alkohol und Tabak oder autogenes Training. Die «Medikamentengläubigkeit» sei in Deutschland stärker ausgeprägt als anderswo.

Nach Ansicht Hoppes ist die Kostenübernahme von Medikamenten durch die Kassen für Patienten, die sich sozusagen selber helfen könnten, nicht gerechtfertigt. Denn das sei «originäre Eigenverantwortung».

Voraussetzung für diese vollständige oder teilweise Eigenfinanzierung von Arzneien sei jedoch eine ausführliche Beratung, Information und Aufklärung durch den Arzt, so Hoppe. «Dafür aber wollen die Kassen bisher nicht zahlen». Dabei müsse die Gesundheitsberatung deutlich besser honoriert werden, damit sich Erfolg einstelle. «Das rechnet sich auch für die Kassen, weil die Patienten dann gesünder werden und weniger Arzneien benötigen».

Die von SPD und Grünen geplante Bürgerversicherung kritisierte Hoppe als ein «quasi-staatliches Gesundheitssystem». Es werde am Ende «Rationierung, lange Wartezeiten und eine sehr hohe finanzielle Eigenbeteiligung» mit sich bringen. Hoppe warnte, eine Bürgerversicherung würde die Politik zu viel stärkeren Eingriffen in das Gesundheitswesen verleiten. (nz)




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