BDI-Chef will nur die Beschäftigten für die Sozialsysteme zahlen lassen
15.09.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Der größte Beitrag der Industrie zu den Sozialsystemen sei die Schaffung von Arbeitsplätzen. «Die primäre Verantwortung der Unternehmen liegt nun einmal nicht in der Sozialfürsorge«, sagte der BDI-Chef und ergänzte: »Aber ich bin keine kalte Unternehmerschnauze, die nicht sieht, dass wir in den Betrieben auch fürsorgliche Verpflichtungen gegenüber den Mitarbeitern haben.» Unternehmer sollten einem Wertegerüst folgen, das sich aus dem Christentum und dem Bild des ehrbaren Kaufmanns ableite.
Für den Grünen-Wirtschaftsexperten Fritz Kuhn bedeuten die Äußerungen Rogowskis «den Abschied von der sozialen Marktwirtschaft». Das Versprechen, die Arbeitgeber würden sich im Gegenzug für die Schaffung von Arbeitsplätzen zuständig fühlen, sei «eine leere Ankündigung». Es sei ein starkes Stück, wenn der BDI-Chef die auf Gewinne ausgerichtete Tätigkeit des Unternehmers als Wohlfahrt hinstelle. (nz)
