Massenproteste gegen Kochs Sparpaket18. Nov 2003 18:24
Demonstranten in Wiesbaden
Rund 50.000 Menschen haben in Hessen gegen die Sparpläne der Landesregierung protestiert. Koch will dennoch an seinem Konzept festhalten.
In Hessen hat es am Dienstag Kundgebungen gegen geplante Sozialkürzungen gegeben. In Wiesbaden gingen nach Angaben von Polizei und Veranstaltern etwa 45.000 Menschen auf die Straße. Außerdem traten im VW-Werk Baunatal nahe Kassel etwa 5.500 Beschäftigte vorübergehend in den Streik.
NULL=YESTausende protestieren gegen Kochs Sparplänehttp://www.netzeitung.de/politik/deutschland/260566.html
Ministerpräsident Roland Koch (CDU) will aber nicht von den geplanten Einsparungen im Umfang von rund einer Milliarde Euro abrücken. Demnach sollen Sozialleistungen verringert, die Arbeitszeiten für Beamte erhöht und Studiengebühren eingeführt werden.
Lediglich in nicht näher bezeichneten Einzelbereichen erklärte sich Koch zu Kompromissen bereit. Wenn nicht gespart werde, drohten die Schulden erheblich zu steigen, sagte er. Dies wäre aber nicht zu verantworten.
Größter Protest seit 22 JahrenDie Demonstration in Wiesbaden war die größte Protestkundgebung in der Landeshauptstadt seit 22 Jahren.
Koch wurde auf vielen Transparenten persönlich attackiert. «Koch - Bestatter des Sozialstaats» und «Roland, deine Zeit läuft ab», war auf Spruchbändern zu lesen.
Der Polizei zufolge kam es nicht zu Ausschreitungen. Eine 20-jährige Demonstrantin verletzte sich jedoch schwer, als sie durch ein geborstenes Glasdach drei Meter in die Tiefe stürzte.
Vor zwei Wochen hatten in Frankfurt am Main und Wiesbaden bereits etwa 10.000 Beamte und Studenten wegen des Sparpakets demonstriert. (nz)