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|  WHO schickt SARS-Expertenteam nach China
27. Apr 2004 10:12
 | SARS-Erreger werden von einer infizierten Zelle frei gesetzt. | | Foto: University of Hong Kong |
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In China gibt es acht Verdachtsfälle der ansteckenden Lungenkrankheit SARS. Die Weltgesundheits-Organisation untersucht jetzt die Quelle der Infektionen.
In China sind neue Fälle der Lungenkrankheit SARS aufgetreten. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass das Virus auf Menschen übertragen wurde, die nicht engen persönlichen Kontakt mit einer erkrankten Person hatten. Doch etwa 1000 Kontaktpersonen stehen jetzt unter medizinischer Beobachtung.
Internationale Kooperation
Dass das Einsetzen der Symptome bei den beiden Personen, die sich in einem SARS-Forschungslabor in Peking infizierten, lag etwa 23 Tage auseinander, teilte die World Health Organization (WHO) am gestrigen Montag mit. Bei der Organisation geht man daher davon aus, dass in dem Pekinger Labor des chinesischen Nationalen Instituts für Virologie zwischen Mitte März und Anfang April mehr als einmal eine Ansteckungsmöglichkeit bestanden hat.Die WHO hat jetzt Experten zur Untersuchung der dortigen Sicherheitsbedingungen entsandt. Das Team soll am morgigen Mittwoch seine Arbeit aufnehmen können. Die etwa 200 Mitarbeiter des Labors stünden unter medizinischer Beobachtung. Zudem seien bereits zahlreiche Proben genommen worden, um die Quelle der Viren zu finden, teilte die chinesische Gesundheitsbehörde mit. Diese Proben seien auch dem WHO-Team zugänglich.
Infektionsschutz vernachlässigt
Anlass zur Sorge gibt die Tatsache, dass eine SARS-Erkrankte noch nach dem Auftreten der ersten Symptome eine Zugreise in die Stadt Hefai in der Anhui-Provinz und von dort zurück nach Peking angetreten hatte. Sie könnte Mitreisende sowie am Zielort ihre Mutter infiziert haben. Einige der jetzt als Verdachtsfälle identifizierten Personen seien in Krankenhäusern behandelt worden, bevor der SARS-Verdacht bestand. Dabei sei der Infektionsschutz nicht ausreichend berücksichtigt worden.Nach Angaben der WHO stehen nun in Peking 640 Menschen und in der Anhui-Provinz 353 weitere Kontaktpersonen unter medizinischer Beobachtung. Bei dem ersten großen SARS-Ausbruch erkrankten weltweit 8098 Menschen, mehr als 5000 davon auf dem Hauptgebiet Chinas und 1755 in Hongkong. Da zum ersten Mai in China einwöchige Ferien anstehen und viele Menschen auf Reisen gehen werden, befürchtet man zur Zeit, dass die Krankheit erneut weit über das Land verbreitet werden könnte. (nz)
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