netzeitung.deBei den Oscars nichts Neues

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Peter Jackson (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Peter Jackson
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Die große Überraschung ist bei der 76. Verleihung der Academy Awards ausgeblieben. Sieger sind Peter Jacksons barfüßige Hobbits, Verlierer sind die große Liebesgeschichte von «Unterwegs nach Cold Mountain» und das Publikum.

«Wissen Sie, dass Leute nur nach Neuseeland ziehen, damit ihnen gedankt wird», hat der Oscar-Zeremonienmeister Billy Crystal nach etwa der Hälfte der mitunter langen Dankesreden der Filmcrew des elffachen Oscar-Gewinners «Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs» gesagt. Der andere Witzlieferant des Abends war Janet Jacksons Brust-Skandal beim Super Bowl. Der TV-Sender ABC verzögerte seine Live-Übertragung der Oscar-Verleihung deshalb um fünf Sekunden, um Entblößungen jedweder Art wegdrücken zu können. Doch war das gar nicht nötig.

Die Mode war dezent bis brav - Uma Thurman trug sogar ein verunglücktes Dirndl. Die Witze bewegten sich im abgesteckten Rahmen, und selbst USA-Kritiker wie Tim Robbins und Sean Penn - letzterer war zum ersten Mal ins Kodak Theater gekommen und durfte auch gleich einen Oscar mitnehmen - sorgten für einen perfekt dahinplätschernden Abend. Penn bemerkte in seiner Dankesrede gerade mal: «Wenn es etwas gibt, dass Schauspieler wissen - außer dass es keine Massenvernichtungswaffen gegeben hat - dann dass es so etwas wie den besten Schauspieler nicht gibt.» Und weil er es nuschelte, musste die Nachrichtenagentur AP es sogar extra noch einmal aufschreiben. Kein polternder Michael Moore nirgends. Die Oscars sind wieder in ihrer Glamour-Filmwelt versunken, nur dass diesmal sogar der Glamour fehlte.
Nicht mal Überraschungsverlierer
Die Neuigkeit, dass es erstmals ein Fantasyfilm geschafft hat, in den Königskategorien Bester Film und Beste Regie den Oscar zu gewinnen, hatte sich bei elf Auszeichnungen insgesamt schnell abgenutzt. In diesem Jahr gab es nicht einen Überraschungsgewinner. Und auch keinen Überraschungsverlierer: Anthony Mingella, Regisseur des aufwändigen Bürgerkriegs-Epos' «Unterwegs nach Cold Mountain», hatte bereits auf der Berlinale von einer Kampagne gegen seinen Film gesprochen, der eher schlechte Presse bekommen und mit Renée Zellweger einen einzigen Oscar für die weibliche Nebenrolle gewonnen hat. Den hat der Film allerdings laut der Schauspielerin dem Umstand zu verdanken, dass sie im vergangenen Jahr leer ausgegangen war.

Im Jahr 2004 scheinen sich die Academy Awards von Ereignissen wie dem 11. September und dem «Kriegs-Oscar» im vergangenen Jahr wieder erholt zu haben. Oder es war der Anfang einer neuen Ära: nicht zu laut, nichts Unerwartetes und bloß nicht auffallen. (nz)


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