netzeitung.deSüdkorea trotzt Kriegsdrohung aus dem Norden

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Proteste in Südkorea gegen Atomtest (Archivfoto) (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Proteste in Südkorea gegen Atomtest (Archivfoto)
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Südkorea will sich den UN-Sanktionen gegen sein Nachbarland anschließen. Die Regierung habe sich trotz einer von Nordkorea angekündigten «Kriegskrise» dazu entschlossen, hieß es.

Nordkorea hat Südkorea im Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm mit einer «Kriegskrise» gedroht, falls die Regierung in Seoul sich der internationalen Strafmaßnahmen gegen das Nachbarland anschließe. Die Führung in Pjöngjang drohe mit Gegenmaßnahmen, hieß es in einer Erklärung des für die innerkoreanischen Beziehungen zuständigen Komitees für die Friedliche Wiedervereinigung des Vaterlandes.

Ungeachtet dieser Drohungen kündigte Südkorea erste konkrete Schritte zur Umsetzung der UN-Sanktionsbeschlüsse gegen das Regime in Pjöngjang an. Dazu habe die Regierung entschieden, Vertretern Nordkoreas die Einreise zu verweigern, die mit dessen Atom- und Waffenprogrammen zu tun hätten, sagte Vereinigungsminister Lee Jong Seong einem Parlamentsausschuss in Seoul am Donnerstag.

In Verbindung mit den betroffenen Personen sollen auch die Transaktionen und Zahlungen im innerkoreanischen Handel und bei Investitionen schärfer kontrolliert werden, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Seoul wolle sich dabei an die Liste von «Personen und ihren Familien» halten, die das Sanktionskomitee des Weltsicherheitsrats für die Sanktionen gegen Nordkorea vorbereitet.

Der UN-Sicherheitsrat hatte nach dem nordkoreanischen Atomtest am 9. Oktober eine Reihe von Sanktionen gegen Pjöngjang beschlossen, darunter Reisebeschränkungen und ein Handelsembargo für Rüstungsgüter.

Unterdessen forderten der chinesische Staatschef Hu Jintao und Frankreichs Präsident Jacques Chirac nach einem Treffen in Peking Nordkorea auf, die Sechser-Gespräche um sein Atomprogramm wieder
aufzunehmen. (nz)